Gedanken über den Zufall

Folgt man dem anerkannten Genie Hawking, ist es schlicht ein Zufall, dass wir irgendwann die passende Sonne, den genau passenden Abstand dazu haben u. unsere Erde die passenden Elemente hatte. Zufällig bildeten sich Moleküle, die zufällig so eng zueinander kamen, dass sich nach und komplexe Verbindungen bildeten, aus denen etwas entstanden ist, was wir als Leben bezeichnen.
Es ist auch Zufall wo und in welcher Art und Weise wir geboren werden. Buddhisten betrachten alles, was sich irgendwie gezielt fortbewegen kann, als Lebewesen, somit als Betrachtungsgegenstand der buddhistischen Philosophie. Der Mensch kann sich bewegen, dies steht ausser Frage. Irgendwer hat mal gesagt, Du bist kein Baum, also bewege Dich. Biologen werden nachweisen können, dass selbst Bäume eine gewisse indirekte Bewegungsfähigkeit besitzen. Ab der Geburt endet offensichtlich bis zu einem gewissen Grad die Zufälligkeit. Ich kann mich als Mensch umschauen und feststellen: Hier will ich nicht bleiben. Diesem Gedankengang verdanken wir Mitteleuropäer unsere Existenz. Vor Urzeiten gefiel ein paar Leuten nicht mehr ihre Umgebung. Sie bewegten sich, marschierten über die Behringstraße u. Kolonisierten u.a. Mitteleuropa. Sie waren gedrungen, dunkelhäutig u. ziemlich klein. Das Einfallen diverser Südeuropäer machte uns nicht dümmer. In Asien u. Vorderasien hatten ein paar Typen ziemlich coole Ideen. Da war die 0 im Zahlensystem, das Schwarzpulver, Landkarten u.s.w.. Was machen wir heute? Wir machen anderen Menschen auf diesem Planeten den Vorwurf, dass sie sich bewegen. Also genau jener Umstand, der sich über mehrere Millionen Jahre als sehr vorteilhaft erwiesen hat. Leider muss man nun aber auch Kritikern Recht geben, wenn sie sagen, das Intelligenz sich langfristig nicht als evolutionärer Vorteil erwiesen hat. Mit die erfolgreichsten Lebewesen sind immerhin die Bazillen, denen wir keine Intelligenz in unserem Sinne unterstellen.
Fakt ist, heute stellen sich Menschen in Europa gegen alles, was unserer Erhaltung zuträglich. Alleine die Verweigerung der Genpool Erweiterung ist bezeichnend.

Nun nehme ich mal den Durchschnittsdeutschen. Zufällig auf einem Flecken Erde geboren, den wir als Deutschland willkürlich definiert haben. Man kann die Sache natürlich erweitern. Wir haben uns ein Gebiet genommen, auf dem sich Leute zusammen gefunden haben, die Deutsch leben wollen. OK! Was ist das? Eine Gruppe von Menschen, die sich in einer gemeinsamen Sprache unterhalten? Da habe ich so meine Zweifel. Eine Ansammlung von Individuen, die eine gemeinsame Kultur haben. Welchen Stichtag nehmen wir da? Preussen? Drittes Reich? Oder gehen wir in die Zeit zurück, als sich ein Sachse zum Kaiser des Heiligen Römischen Reich krönen liess u. sich die Spottbezeichnung Teutscher einfing? Schwierig! Vielleicht nehmen wir ja auch das Land, welches sich darauf geeinigt hat, dass es nicht ganz unwichtig ist, etwas Algebra, Physik, Chemie, Biologie, Latein, Alt-Griechisch, Philosophie und Astronomie zu wissen, oder man wenigstens jemanden kennt, der etwas damit anfangen kann. Moment?  Sind das nicht alles ehemalige Feindsprachen? Latein? Das waren doch die Vögel, die in der Varus Schlacht auf den Sack bekommen haben. Algebra? Das waren doch diese muslimischen Horden. Ich bin verwirrt. Dann nehme ich doch einfach die sogenannte Stunde Null! 8. Mai 1945. Das Fleckchen Erde in Trümmern. Eine schwere Grippe mit der Bezeichnung Nationalsozialismus wurde überstanden. Mit Hilfe von Ausländern, also Amerikanern, Briten, Russen u. Franzosen wurde Deutschland wieder halbwegs hergestellt. Menschen die ich noch kenne, also nicht irgendwelche Urahnen, haben dieses Deutschland gestaltet. Es ist sogar eine halbwegs brauchbare Vereinbarung für das Miteinander entstanden. Auf die Artikel 1 u. 21 GG habe ich freiwillig gar einen Eid, also etwas sehr archaisches abgelegt. Doch Fragen bleiben offen. In grauer Vorzeit haben Sippen mit einer Stärke von ca. 15 bis 20 Individuen festgestellt, dass es Sinn macht, sich mit anderen Sippen zusammen zu tun oder wenigstens zu kooperieren. Es ging um Agrarland u. Jagd. Dann kamen die ersten, welche feststellten, anderen etwas wegzunehmen ist viel einfacher. Das Aufrüsten begann. Wie bereits erwähnt, Intelligenz ist nicht zwingend ein Evolutionsvorteil. Wir haben uns in Dörfern, später in Wehrdörfern, dann in Kastellen, Burgen, Grafschaften, Fürstentümern, Kaiserreiches u. am Ende in Nationalstaaten organisiert. Stets wurde die Sache angepasst. Warum betrachten wir nun eigentlich Nationalstaaten als die letzte brauchbare Lösung? Nationalisten, Liberale u. Neokonservative behaupten gern, dass sich das Modell bewährt hat. Zwei Weltkriege zu übersehen, eine Dritte Welt und die damit einhergehende Gefahr eines Dritten Weltkrieges zu übersehen, ist quasi schon dummfrech. Ebenso den Kapitalismus, eine Wirtschaftsform, die gerade einmal seit dem Zeitpunkt der Industrialisierung existiert, als Naturgesetz zu betrachten, kann ebenfalls nur als dummfrech betrachtet werden. 26 der reichsten Menschen dieses Planeten besitzen zusammen genauso viel, wie der Rest der Erdbevölkerung. Ein Bonobo Schimpanse erkennt, dass das nur schief gehen kann. Wie kann man dann Kapitalismus gut heißen? Zumal ein grosser Anteil dieser Reichen nur durch eine Verkettung von Zufällen zu diesem Reichtum gekommen sind. Womit wir wieder beim Zufall wären. Ich bin durch Zufall auf dem Staatsgebiet der BRDeutschland, in einem willkürlich von Menschen erdachten fehlerhaften System geboren worden. Dieser Zufall hat bedingt, dass ich mir zufällig keine Gedanken über Wasser, Ernährung u. sicheren Schlafplatz machen muss. Durch Zufall habe ich also freie Kapazitäten zum Nachdenken, so wie viele andere Deutsche auch. Dies scheint ein Deutscher Faktor zu sein. Die Möglichkeit zu Denken u. Gestalten. Haben die Menschen, die sich alleinig auf den Zufall berufen, auf dem Deutschen Staatsgebiet geboren zu sein, auch das Recht sich als Deutsche zu bezeichnen, gar von einer Deutschen Leitkultur zu sprechen, an der sie de facto gar nicht teilnehmen? Haben diese Zufallsdeutschen das Recht, andere Menschen, die sich bewusst bewegen, abzuweisen? Meiner Auffassung nach nicht.

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