g20: [dd] das blut auf dem pflaster ist auch eures | linksunten.indymedia.org

ps: du bist im dienst und liest dies? dein vorgesetzter, deine prügelkollegen, deine überstunden, dein job kotzt dich an? zeig deine gesellschaftliche verantwortung und veröffentliche interna, reiche beschwerden ein, verrate deine kollegen, kündige deinen job und komm auf die straße!

Verfasst von: anticapitalistas. Verfasst am: 10.07.2017 – 01:12. Geschehen am: Montag, 10. Juli 2017.

Quelle: g20: [dd] das blut auf dem pflaster ist auch eures | linksunten.indymedia.org

Es hat noch nie einen Sinn ergeben, wenn Menschen übereinander oder gegeneinander reden, sondern das Miteinander bringt die notwendigen Erfolge. In den folgenden Absätzen wähle ich die persönliche Anrede, in der Hoffnung, dass ich mit Hashtags den einen oder anderen auf diese Seite locke, der mit mir kontroverser Meinung ist.

Also! Autonome, Anarchisten, Interventionistische Linke … ich verstehe da viele Sachen nicht, obwohl ich Euch an manchen Stellen zustimme. Ihr argumentiert, dass die Gewalt bereits vorher da war. Eine Demonstration gegen den G20 findet nicht irgendwo statt, sondern auf der Straße in einem Land mit dem Namen Deutschland. Ihr meint die Gewalt, die in dieser Gesellschaft allgegenwärtig ist und täglich von dieser Gesellschaft aus geht. An dieser Stelle stimme ich Euch bedingt zu. Wenn Ihr dann aber im Gegenzuge ebenfalls zur Gewalt greift, ist dies nicht als agieren auf demselben Niveau zu bewerten? Wenn ihr selbst propagiert, dass Gewalt und Repression Gegengewalt erzeugt, widersprecht Ihr Euch dann nicht? Es ist doch zu erwarten, dass das System mit Gegendruck reagieren wird. Wenn dieser Druck Sympathien für Euch erzeugen würde, könnte das einen Sinn ergeben. Aber wir leben gemeinsam in Deutschland. Ob es Euch oder mir nun gefällt, ist Nebensache, der Deutsche Michel wird immer zuerst sein Eigentum und seine Sicherheit in Gefahr sehen und deshalb auf diesem Wege niemals Sympathie entwickeln.

Ihr habt die Vision Deutschland und die Welt über mehrere Schritte in eine andere Gesellschaftsform überzuleiten. OK! So wie es zur Zeit läuft, rennen wir langfristig auf einen Abgrund zu. Wenn die Menschheit nicht schleunigst lernt, eine neue Umverteilung auf diesem Planeten hinzubekommen, die Sache mit der Zusammenarbeit in Energiefragen und Rohstoffen nicht geregelt wird, sitzt spätestens die übernächste Generation sehr tief im Dreck. Doch wenn ich Euch richtig verstanden habe, hängt ihr immer noch auf der alten Ebene fest, die uralte Vordenker formuliert haben oder ihr habt überhaupt keine konkrete Vorstellung. Interessieren würden mich vollkommen neue kreative Ansätze, aber ich kann Euren Handlungsdrang nachvollziehen. Doch wo sind die Visionen?

Unter dem Pflaster liegt der Strand! Stadtguerillero, macht kaputt, was Euch kaputt macht, sind doch nun wirklich alte Hüte. Clash, Slime, Ton Steine Scherben, buchen langsam Plätze im Altersheim. Die Zeit ist vorbei und ist nicht zielführend.

Nehmen wir mal an, wir hätten an einigen Punkten Übereinstimmungen in den Zielen, dann würden wir theoretisch nur über den Weg dahin reden. Als ich vor Urzeiten Volkswirtschaft studierte, sagte ein Professor, dass es jede Menge andere Wirtschaftsformen neben Kapitalismus, soziale Marktwirtschaft und zentrale Planwirtschaft geben würde, und es dringend neuer noch unbekannter Formen brauchen würde, um die sich abzeichnenden Probleme anzugehen. Ich stimme Euch zu, wenn ihr formuliert, dass Konzerne, die Arroganz der G20 – Staaten und die sich im Tross befindlichen Multinationalen Konzerne das Demokratieprinzip aushebeln. Alles richtig! Aber schaut Euch doch mal selbst an. Vom Bier, bis zur Jacke, Mobiltelefon und Stiefel, ihr geht Ihnen doch auch auf den Leim.

Schon immer, auch bei den Alten, war klar: Ohne das Volk auf seine Seite zu ziehen, geht gar nichts. Letztens habe ich ein Interview mit Joschka Fischer gesehen, in dem er meinte, dass es für ihn sehr schwierig gewesen sei, von der Protestbewegung in die Regierung zu wechseln. Na ja, kann man so oder so sehen! 2017 betrachte ich ihn und ein paar andere aus der Riege mehr als Abweichler von den ursprünglichen Zielen, die sich vom System haben einatmen lassen. Einige von Euch sehe ich in einigen Jahren genau an der gleichen Stelle. Dann gibt es unter Euch noch die Mitläufer. „Ich war dabei!“ – Na toll! Bisher habe ich bei Euch keine Lichtgestalten erkennen können, die eine Verbindung zwischen Straßenprotest, Straßenkampf und polarisierender Öffentlichkeitsarbeit hergestellt hat, mit der sich der Otto Normalverbraucher hätte auseinandersetzen können, eine Reibung hergestellt hätte und zum Nachdenken gekommen wäre.

Viel schlimmer noch! Ihr lasst Euch von Leuten des linken Establishment benutzen und vertreten, dass ist nun wahrlich einem Sponti unwürdig. Ich schrieb von Wegen und Zielen.

Meine Antwort an anticapitalistas:

du sitzt nach dem G20 zu Hause? dein kumpel, den vogel, den du von der solibesprechung kennst, der mit der zwille geschossen hat, also versucht hat meine kollegen zu killen, die idioten, die die kleinwagen angezündet haben, die verblödeten mitläufer, die die läden geplündert haben, die irren, die gewalt zum selbstzweck haben werden lassen, die vollhonks, die den absturz eines hubschraubers auf wohngebiet verursachen wollten, die ballerköppe, die steinplatten vom haus herunterwerfen und menschen töten wollten, sich nicht einmal sicher sein können einen bullen zu treffen, sondern vollkommen unbeteiligte töten könnten, und, und, … zeig ihn/sie doch einfach an. oder treff dich mit mir auf ein oder fünf bier, lass uns reden, wo es hingehen soll. lass uns darüber reden, wo sich unsere weltauffassung überschneidet. versuche mich zu überzeugen. aber hör auf zu labern und lass uns aufhören uns gegenseitig die taschen vollzulügen. ich weiß wie strassenkampf aussieht und  du scheinbar auch … bitte! du willst die gesellschaft verbessern – ich auch! ich war schon mehr als einmal auf der strasse – dienstlich und privat. wahrscheinlich bin ich im verhältnis zu dir ein steinalter sack, meine slime buttons und anti – akw plaketten sind arg vergilbt, clash und ton steine scherben habe ich noch auf vinyl, deshalb erkenne ich nach 30 jahren bullerei u.u. besser, welche munition du mit deinem verhalten dem gemeinsamen gegner auf der rechten seite in die hand gibst.

angebot steht: die ersten zwei runden gehen auf mich. aber dann müsstest du dich mit einem bullen unterhalten. ich habe mich 84 mit den vögeln von der fdj gestritten, mich allen linksextremisten gestellt, mit den reps und skins von zyklon b diskutiert und ehemalige stasi mitarbeiter nach ihrer motivation gefragt. ich habe mich ebenso mit zuhältern, einbrechern, nutten und dealern unterhalten, du willst überzeugen? bitte … dann quatsch nicht immer nur deine phrasen „prügelbullen“ herunter, sondern stell dich einem echten gespräch.

Ja! Eine Demonstration zum G20 ist kein Kindergeburtstag und spätestens, wenn die Sache mal wieder eskaliert, besonders wenn es über zig Tage geht, fangen alle an, sich in die eigene Tasche zu lügen.

Da rennen Reporter mitten ins Getümmel und brüllen im Lärm des Geschreis, den Sirenen, Feuerwerkskörper, aufschlagenden Steinen: Presse! Dabei versuchen sie noch Makroaufnahmen einer Festnahme zu machen und wundern sich, wenn sie etwas abbekommen. Das ist in etwa so, als wenn ich bei einem laufenden Boxkampf versuche mit meiner Kamera zwischen die beiden Boxer zu gehen. Die Leute mit selbstgemachten Ausweisen, oder Pappnasen, die sich für die Presse halten, weil sie einen BLOG haben, machen es nicht besser.

Früher hat man einiges auch noch sportlich hingenommen. Wenn ich mich im Getümmel einer längst aufgelösten und eskalierten Demo befinde, bekomme ich auch als friedlicher Demonstrant mal eine mit. Soll vorkommen … ist jedem schon mal bei so etwas passiert. Ob nun vor dem ICC bei der Ant – Rep – Demo oder am Ku- Damm gegen den IWF. Menschen bleiben Menschen! Und wer den ganzen Tag Steine kassiert hat, langt auch mal dem Falschen eine. So wie sich bei Euch Wut anstaut, so staut sie sich auch auf der anderen Seite. Normal!

Und diese hysterisch schreienden selbsternannten Beschützer: „Nenn Deinen Namen!“, damit er der Roten Hilfe genannt werden kann, verbessern die Nerven nicht wirklich. Und jeder der sich mal an die eigene Nase fasst, weiß das er vielleicht sehr ungünstig stand, als er kassiert hat.

Der „Schwarze Block“ bildet sich ja nicht sinnfrei und der Kreis, der um ihn herum gebildet wird, hat auch seinen taktischen Sinn – wissen wir alle! Das sind alles Geplänkel, die nun schon ab 1980 praktiziert werden. Wir beide wissen, dass solche Demos und Strassenkämpfe auf beiden Seiten nicht fair geführt werden. Wenn neben dem Aufzug schon die ersten mit Steinen im Beutel lauern und nur auf den günstigen Augenblick warten. Und ja … bisweilen fährt mal einer im Vorbeirennen das Tonfa aus oder knallt dem Idioten, der da vor dem Wagen quasi „Hemmung, Hemmung …!“ schreit, eine mit dem Handschuh.

Was wäre denn mal im Gegenzuge mit eigener Ehrlichkeit? All die kleinen versteckten Fouls …  Aber das könnten wir ja bei einem Bier ausdiskutieren. Dresden? Lebowski Bar in der Neustadt? Berlin? Elefant, Alibi oder Trinkteufel? Am 25.10.2017 spielen die Dead Kennedys in Berlin, das wäre doch ein Anlass? Such Dir was aus … ich verspreche, dass ich alleine komme, Du auch?

Ps.: Für die ganz Schlauen unter den indymedia – Lesern. Ja! Ich war bei dieser ganz bösen Truppe, die ihr überhaupt nicht leiden könnt (ergibt sich nach wenigen Klicks), aber das macht die Sache doch spannender … oder?

Bis dahin:

 

 

 

 

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