Die Neue Rechte – unterschätzte Anzugträger?

Der nachfolgende BLOG – Beitrag ist ziemlich lang u. für niemanden zu empfehlen, der ihn eben mal im „Vorbeisurfen“ lesen will. Aber die Gedanken und Recherchen lagen mir am Herzen, da sie mich schon lange aufregen. 


Schon geraume Zeit stelle ich mir zwei Fragen. Erstens, wie könnte eine konkrete Entwicklung in ein von «rechtskonservativ» geprägtes Deutschland aussehen u. wie werden sie es anstellen? Letztlich handelt es sich um einen Angriff/Krieg gegen die bestehende Gesellschaft und das Zusammenleben.

SUN ZI – Die Kunst des Krieges

In der Einschätzung eines Krieges, ob man ihn gewinnen kann, fordert der berühmte General in seinem im 6. Jhd. vor Chr. entstandenen Werk „Die Kunst des Krieges“, die Prüfung von fünf Grundlagen und den späteren Vergleich mit sieben Elementen.

Zu prüfen ist seiner Aufforderung nach die moralische Führung, das Wetter, das Terrain, die Führung und die Disziplin.

Schon lange haben Taktiker verstanden, dass die Aussagen des chinesischen Generals Sun Zi auch auf jegliche andere Art von Konflikt übertragbar sind. Unter Moral versteht er die Loyalität des Volks zu den Herrschenden, dieses kann unmittelbar übertragen werden.Wetter kann als die allgemeine „politische Wetterlage“ und die einzukalkulierenden politischen Problematiken, wie zum Beispiel eine Wirtschaftskrise betrachtet werden. Terrain ist der Kompetenzbereich, in dem sich der Gegner bewegt.

Unter Führung versteht Sun Zi die dazu gehörenden Qualitäten: Weisheit, Ehrlichkeit, Menschlichkeit, Mut und Strenge. Bei Disziplin betrachtet er die Strukturen der notwendigen Organisationseinheiten, die in den Krieg ziehen.

Diese Aussagen lassen sich auch von der anderen Seite her betrachten. Sind wir gegen einen Angriff gut aufgestellt oder findet ein Angreifer vielmehr perfekte Voraussetzungen für einen Angriff vor?

Sun Zi fordert dazu auf, den Feind zu ködern, Unordnung vorzutäuschen und ihn dann zu überwältigen. Außerdem soll eine Ferne vorgetäuscht werden, wenn man bereits nah ist. Der Hochmut des Feindes soll genährt werden und eine Unterlegenheit ist vorzutäuschen. Immer wenn der Feind vereint ist, muss er aufgespalten werden. Besonders wichtig ist Sun Zi, dass jegliche erfolgreiche Kriegsführung auf Täuschung beruht.

Ich will niemanden mit gesellschaftlichen Analysen langweilen, zumal ich kein Sozialwissenschaftler bin. Aber ich verstehe ein wenig etwas von Taktik, Täuschung, dem Otto – Normal – Bürger. So wie ich die Sache sehe, stehen die Türen weit offen. Propaganda, Manipulationen und Populismus sind nichts anderes als Täuschungsmanöver.

Angeblich ist die Bundesrepublik neuerdings linksseitig blind und die armen Rechten sind vollkommen harmlos. Das ständige appellieren an die niederen Gefühle der Bevölkerung, wie Angst vor einem angeblich übermächtigen Terror, geschürte Angst vor Islamisierung und Ressentiments gegenüber allem Fremden oder der angebliche Verlust einer Kultur, spaltet die Gesellschaft. Der wachsende Extremismus ist hierfür ein guter Indikator.

Die politischen Führer der etablierten Volksparteien versagen bei der Aufgabe die Bevölkerung mit realistischen Einschätzungen zu beruhigen und benehmen sich statt dessen, wie Hütehunde, die die Herde in Panik versetzen, um sie ins passende Gatter mit der Aufschrift CDU/CSU, SPD, LINKE oder GRÜN zu treiben. Unersättlicher Kapitalismus, ausgehend von Konzernen und Banken, tragen den Rest bei. Perfekte Bedingungen?

Der „Experte“ Andreas Popp

Beim Surfen im Internet stieß ich auf die Person Andreas Popp. Ich hatte von Ihm bisher nichts gehört und sah mir unbedarft einen seiner Vortragsvideos an. Schon nach den ersten Sätzen schaltete ich erst einmal den Ton aus und betrachtete ihn mir als Person. Er erfüllte mit seiner Kleidung, seiner Frisur und seiner Gestik meine gesamten Sehgewohnheiten bezüglich eines windigen Finanzvertreters, der mir in einem Hotel sein tolles Konzept zur Vermehrung meines nicht vorhandenen Vermögens verkaufen möchte. Aber eines tat er nicht! Er wirkte nicht, wie einer der klassischen Verschwörungstheoretiker.

Nun schaltete ich den Ton wieder ein. Seinen Ausführungen entnahm ich, dass er irgendein PLAN B System entwickelt hatte, welches mich erst einmal sekundär interessierte. Unter dem LINK hat dankenswerterweise jemand die „Grütze“ entlarvt. Scherzhaft wies Herr Popp darauf hin, dass er mal eine Waldorfschule besuchte. Seiner Aussage nach hatte er sich aus der Wirtschaft herausgezogen und widmete sich nun der Wissenschaft.

Damit suggerierte er schon mal zwei Dinge. Ich bin kein Urkonservativer, sondern ich bin auf der Waldorfschule gewesen. Ich komme aus der Wirtschaft! Deshalb bin ich in diesen Fragen kompetent. UND ich habe mich herausgezogen – ergo bin ich kein Kapitalist mehr – sondern Wissenschaftler, der Ihnen vollkommen uneigennützig etwas verkaufen will.

Anschließend informierte er die Zuhörer, dass er alt-griechisch beherrschen würde und deshalb im Gegensatz zu allen anderen wissen würde, wie das alte Griechenland funktionierte. Zentrales Thema war dann, das die Griechen immer nur von freien Dörfern gesprochen hätten, unter den Begriffen Volk und Untertan etwas ganz anderes verstanden hätten, als allgemein vermutet wird. Mal ganz abgesehen davon, dass der Mann da sehr eloquent einen ziemlichen Stuss von sich gab, notierte ich mir im Hinterkopf: „Dezentralisierung“, kleine Gruppen, die dann aber doch von einer Instanz gesteuert werden. Es muss einen Grund haben, dass er dieses ableitet.

Sehr kurz ließ er die Maske fallen und erklärte die Mehrheit für retardiert, die nicht in der Lage wären über sich selbst zu bestimmen. Als Beweis führte er die Gauß-Verteilung an, der nach seiner Auffassung die Verteilung der Intelligenz nur auf wenige abfällt, während die Mehrheit schlicht dumm ist. Natürlich beruhigte er sofort alle Zuhörer, die mit der Anwesenheit bei der Veranstaltung bewiesen hätten, dass sie zu den wenigen Intelligenten gehören würden. (Nur böswillige denken sofort an Herrenmenschen und ich bin böswillig!“)

Weiterhin ging er das Mehrparteiensystem an und forderte unterschwellig dazu auf, die Wahlen zu boykottieren, berief sich dabei aber perfider Weise immer wieder auf das Grundgesetz. All dieses tat er gar nicht ungeschickt, eine fundierte Verkäuferausbildung kann ich ihm nicht absprechen. Mein Interesse war geweckt.

Mir war klar, dass über diesen Typen eine Menge im Netz zu finden sein müsste. Den Eintrag bei PSIRAM hatte er sich wirklich redlich verdient und der Text dort, trifft es ganz gut. auch die Ausführungen im Forum sind nicht uninteressant. Auch bei Massengeschmack – TV fand ich einen sehr guten Beitrag:

Aber PSIRAM und Massengeschmack – TV übersehen meiner Auffassung nach etwas. Ich glaube nicht daran, dass es Herrn POPP nur um die Erweiterung seines Vermögens geht. Dazu ist mir sein Engagement und seine Methode zu gut aufgestellt und umfangreich.

In einem Beitrag spricht Herr Popp mit dem zur deutschen rechtskonservativen Szene assoziierten Unternehmer Michael Friedrich Vogt über die angeblichen Zusammenhänge der EU und dem Dritten Reich. Auch hier lohnt es sich den Ton auszuschalten. Professionell gefilmt sitzen die beiden voreinander, als wenn sie das seriöseste Bildungsprogramm repräsentieren würden. Als Hintergrund wurde ein Aufsteller gewählt, auf dem sich nahezu alle Reizthemen der Szene wieder finden.

2017-07-20

In diesem Gespräch laufen die beiden zur Hochform auf. Ich beschränke mich hier auf eine zusammenfassende Hintergrundanalyse.

Das „Schwert“ des Gegners wird ergriffen und umgedreht. Nicht sie sind die Gefahr für die Demokratie, sondern die anderen, die sich nicht richtig mit dem Dritten Reich auseinandersetzen, die Parteien und die Leute, die Emanzipation, andere Werte und kulturelle Öffnung fordern. Und beide befinden sich immer auf dem Boden des Grundgesetzes. De facto versuchen sie das Grundgesetz gegen sich selbst zu wenden.

Das Dritte Reich wird als die perfide dunkle Zeit der deutschen Geschichte beschrieben, mit anderen Worten, den Zuhörer wird eine komfortable Autobahn gebaut, sich dem Rest der Ausführungen zu öffnen. Was folgt ist ein böser Schachzug. Es gab ja auch noch eine Zeit vor dem Dritten Reich. Die beiden führen aus, dass diese Zeit von einem gesunden Geschichts- u. Kulturverständnis der Germanen geprägt war. Besonders gehen sie auf das Blutgericht von Verden ein, bei dem von Karl dem Großen eine unbekannte Anzahl von Sachsen hingerichtet wurde. Ein Geschichtsereignis, welches tatsächlich von den Nazis für Propaganda benutzt wurde, in dem sie die Rolle von Karl relativierten um die Osterweiterung begründen zu können. Immer noch befindet sich der Zuhörer auf der sicheren Autobahn.

Irgendwann schimmert aber die Verherrlichung des „Germanischen“ durch. Den beiden geht es nicht um eine Analyse des Dritten Reiches. Ihre Grundaussage ist: Die rechten Strömungen in der Weimarer Republik, inclusive des „Germanenkults“, „Naturbewegung“, „Esoterik“ und Familienbild waren schon in Ordnung, die rechte Sache suchte sich nur den falschen Anführer und wurde von diesem in den Abgrund geführt. Also noch einmal alles auf Null, zurück zu den Anfängen und ein Neustart, diesmal aber mit dem Wissen, wie man es nicht machen sollte. Also sprechen da definitiv keine Neo – Nazis miteinander, sondern zwei Männer die eher den Verdacht erregen mit der DAP und dem Thule – Bund zu sympathisieren.

Eine illustere Versammlung 

Einmal auf dieser Spur, fügen sich viele andere Beiträge von Herrn Popp zusammen. Ob es nun vermeintliche Experten sind, die von ihm zitiert werden, der Hang zu randwissenschaftlichen Expeditionen und vieles mehr.

Also weiter recherchieren! Schnell traf ich auf die Autorin, gelernte Hotelkauffrau/Journalist Eva Bischoff, besser unter ihrem Künstlernamen Eva Herman bekannt, welche sich mit Aufsätzen auf der Webseite des Herrn Popp www.wissensmanufaktur.net tummelt. Sehr aggressiv, reißerisch und populistisch äußert sie sich in diesen Aufsätzen zu Themen wie Flüchtlinge und Familie.

Aber die Zusammenarbeit der beiden geht weiter. Sie haben gemeinsam ein Buchprojekt unter dem Namen „TABUBRUCH. Lasst uns einfach mal über den Tod sprechen“, veröffentlicht. Wo? Natürlich im hinreichend in der Szene bekannten Buchverlags des ehemaligen Polizisten Jochen Kopp.

Beide scheinen auch privat eine Partnerschaft eingegangen zu sein. Zusammen bewohnen sie, wenn sie nicht gerade in Kanada sind, ein Haus im noblen Treppenviertel in Hamburg. Ist es da verwunderlich, dass Frau Herman in ihrem Prozess wegen Steuerhinterziehung auf ihren Offenbahrungseid verwies, demnach sie für sich und ihren Sohn lediglich 1055 EUR monatlich zur Verfügung hat? Schuld an der Misere soll ihr Ex – Mann sein, wie gut, wenn der neue Lebenspartner vermögend ist und auf Veranstaltungen zum Steuerboykott aufruft.

In laienhafter Art und Weise wird das Thema buddhistisch angegangen. War da nicht etwas? Das ehemalige NSDAP und Hitler – Verherrlicher Dietrich Bronder behauptete 1964 in seinem Buch, dass die Nazis eine Tibet Expedition unternahmen um mit den Lamas Kontakt aufzunehmen, wobei er intensiv auf den THULE – Bund hinweist. (Nebenbei war der Mann laut einiger Internetseiten auch 18 Jahre lang Bundessekretär vom „Bund Freireligiöser Gemeinden Deutschlands“) Beide Popp und Herman betonen immer wieder die Möglichkeit einer Inkarnation (Anmerkung: Ich kann nur hoffen in der richtigen Form!“)

Hiernach habe ich mir die restlichen mitwirkenden Personen auf der Popp – Seite angesehen. Eine spannende Mischung von potenten Verschwörungstheoretikern. Ich musste nicht lange suchen:

Zu Michael Vogt steht bei Wikipedia:

Er gehört dem „Medienbeirat“ des Zusammenschlusses „Wissensmanufaktur“ an, der sich als „unabhängiges Institut für Wirtschaftsforschung und Gesellschaftspolitik“ beschreibt und bekundet, auch solches zu publizieren, was nicht der „political correctness“ entspreche. Hier kooperierte Vogt unter anderem mit dem frühen Unterstützer der AfD und Berater des BZÖ, dem Staatsrechtler Karl Albrecht Schachtschneider,[18] der antifeministischen Sachbuchautorin und ehemaligen Fernsehsprecherin Eva Herman,[19] dem Meteorologen und Leugner des Treibhauseffekts Wolfgang Thüne, dem hochrangigen, auch in rechtsextremen Periodica publizierenden Wirtschaftsfunktionär Wilhelm Hankel, dem Generalmajor a.D. und Geschichtsrevisionisten Gerd Schultze-Rhonhof und dem sich auf Gottfried Feder berufenden „Wirtschaftsfachmann“ Andreas Popp.

Seite „Michael Vogt“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 18. Juli 2017, 17:48 UTC. URL: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Michael_Vogt&oldid=167376455 (Abgerufen:20. Juli 2017, 23:31 UTC
)

Wer den Namen und den Organisationen auf die Spur geht, landet im Wirrwar des allgemein als „Neue Rechte“ bezeichneten Netzwerks, welches sich unter anderen bei den Montagsdemonstrationen auf dem Potsdamer Platz in Berlin versammelte. Hierzu äußerte vor drei Jahren der von der ZEIT als Experte bezeichnete

„Das ist im Prinzip nichts Neues“, sagt der Rechtspopulismus-Experte Alexander Häusler. Er sieht in der Zinskritik und dem Antiamerikanismus der Protestler typische rechte Verschwörungstheorien. Für eine Neue Rechte oder gar eine Bedrohung hält er die Bewegung jedoch nicht – dafür sei sie zu heterogen. „Das ist keine in sich konsistente Bewegung.“

Quelle: Die ZEIT, 22. April 2014 Die ganz eigene Welt der Montagsdemonstrationen

Alles vollkommen harmlos?

Ich bin kein Sozialwissenschaftler, dennoch kann ich mich dieser Beurteilung überhaupt nicht anschließen. Für den Otto – Normal – Verbraucher sind in der allgemeinen Diskussion die „gefährlichen Rechten“ Rechtsextremisten der NSU, Skinheads, Nationale Front, Neonazis und ähnliche Vertreter. Meiner Meinung nach sind das nur die „Blöden“, im übertragenen Sinne die ausführenden dumpfen Schläger, die einst von der SA gestellt wurden.

Schaue ich mir die Ideen und Zusammenschlüsse der hier genannten Personen, ihre finanziellen Möglichkeiten, Titel und Reputationen an, kann einem vor dem Hintergrund der anfangs genannten Ausführungen eines Sun Zi die Angst in die Knochen fahren.  Wie mehrfach geschrieben, machte ich bei den Beiträgen mehrfach den Ton aus. Dabei habe ich auch die Leute im Plenum geachtet. Darunter befanden sich mehrheitlich Menschen, die dem Habitus nach niemals auf die Idee kommen würden, in wessen Fänge sie da hinein geraten.

Die Bewegung ist nicht konsistent?

Das war die völkisch – antisemitische Bewegung anfangs auch nicht. Antisemitisch ist auch ein alter Hut, den niemand mehr aus dem gehobenen rechten Genre benötigt. Der wurde längst gegen Anti – Islam u. umfassende Weltverschwörungstheorien ausgetauscht. (Herr Popp erwähnt gern in Nebensätzen Chemtrails!)

Es ist wieder zulässig Superlative zu benutzen, politische Zusammenhänge mit naturwissenschaftlichen Begriffen zu belegen und das Völkische in den Vordergrund zu schieben. Rhetorische Reden dieser Leute muten an, als wenn sie posthum von Goebbels geschrieben worden wären. Dies ist alles sehr besorgniserregend.

In informierten Kreisen (diese Aussage masse ich mir mal an) hinreichend bekannt, dass die rechte Szene von versierten Juristen beraten wird. Hierzu werden Seminare in unterschiedlichen Institutionen abgehalten. Dort wird dem „Mob“ vermittelt, wie er sich gegenüber der Polizei zu verhalten hat, welche Sprüche skandiert werden dürfen usw. (Es ist zum Beispiel verboten „Blut und Ehre“ zu skandieren, während „Ruhm und Ehre der Waffen – SS, erlaubt ist.)

All diese Dinge weisen die von mir hier erwähnten Personen selbstverständlich weit von sich. Und wie ich darlegte: Vollkommen zu recht! Denn das war ja der „Dunkle perfide Teil der Deutschen Geschichte“, von dem sich alle distanzieren. Ihr Plan besteht ja darin, nochmals auf dem ehemals vorhandenen deutschen Kulturboden anzusiedeln. Germanen und Sachsen, die frei und ungezwungen Gott in der freien Natur huldigen. Deutschland aufgeteilt in viele kleine Freistaaten, dessen elitäre Führer einer intellektuellen Clique zuarbeiten, denn dieses hat Herr Popp preis gegeben: Nur wenige sind intelligent genug! Der immer wieder verwendete Begriff „Republik“ erweckt auch kein Misstrauen, immerhin leben wir in der Bundesrepublik. Nur ist eine Republik zunächst einmal nur eine Regierungsform ohne Monarch.

So könnte also die Republik der „Neuen Rechten“ aussehen. Eine elitäre vermeintlich Intellektuelle Oberschicht regiert über die breite dumme Masse in einer wie auch immer aussehenden Republik ohne Parteien. Da ist jede Menge Platz für Spekulationen. Auf jeden Fall würde ich mir als besorgter Wut – Bürger, bei der Teilnahme an einer in diese Richtung ausgerichteten Veranstaltung, gut überlegen, für was mich der Redner am Mikrofon hält. Unter Umständen denkt er an einen Dummbatz, der es nicht besser verdient hat. Nachdenken würde ich über das Menschenbild dieser Typen machen. Ich wünschte, der eine oder andere Zuhörer würde sich überlegen, warum die Weimarer Republik scheiterte und wo wir landeten. Es ist nicht nur die Verfassung von Weimar verantwortlich, sondern auch der Zeitgeist der damals in Teilen der Bevölkerung herrschte.

Als sich die Leute damals feststellten, dass es offensichtlich eine Interpretationsfrage ist, wer denn intelligent ist, was dem Volke nutzt und der Vernunft entspricht, war es zu spät und die Bücher brannten. Bei den Recherchen zu Herrn Popp und seinen Gesinnungsgenossen, stieß ich immer wieder darauf, dass sie sich auf die Philosophie des Humanisten und Aufklärers Immanuel Kant beriefen. Das klingt immer gut! Jemand, der sich als Humanist bezeichnet, kann nicht verkehrt sein. Doch Kant ist auch nicht die Antwort auf alle Fragen u. ich erahne, dass Leute wie Herr Popp ihn nur sehr rudimentär kennen.

Nietzsche bezweifelte in seiner Erkenntnistheorie und im Perspektivismus die Existenz einer absoluten Wahrheit, sowie das ewige Bestehen einer menschlichen Erkenntnis oder Moral. Selbst Kant war stets klar, dass die Sache mit der Aufklärung nicht so einfach ist. Ein Redner, der sich ausschließlich auf Kant beruft, erzeugt bei mir immer Skepsis.

Betrüger im kriminellen Milieu arbeiten mit Symbolen, die dem Opfer Kompetenz und Wohlstand suggerieren wollen. Im vorliegenden Fall wird mit scheinbaren umfassenden historischen Wissen, angeblicher alt – humanistischer Ausbildung und wirtschaftlicher Kompetenz gearbeitet.

Einer der zahlreichen begeisterten Kommentatoren der Poppschen Auftritte hielt der Kritik eines Skeptikers entgegen, dass es doch vollkommen uninteressant wäre, wie er sein Geld verdienen würde. Ist das so? Ich denke eher nicht. Zumindest nicht dann, wenn ein wirtschaftlich „interessant“ agierender Millionär Leuten erklären will, wie Deutschland zu verändern ist. Herzhaft musste ich lachen, als ausgerechnet er zum Steuerboykott aufrie.

Verwunderlich ist auch nicht, dass nahezu alle genannten Personen im Dunstkreis der AfD auftauchen, die sich gern als lupenreine Demokraten verkaufen.

 

 

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