Gedanken über Drogen

In Berlin – Kreuzberg gibt es mal wieder einen Aufreger für das Bürgertum. In einem Museum wurde eine Ausstellung eröffnet, in der die Situation der Dealer, vornehmlich Schwarzafrikaner dargestellt wird. Wie kann des bitte so etwas passieren? Lautet der allgemeine Tenor. Schlimmer noch, das Dealen wird als „normale“ Erwerbstätigkeit darstellt.

Mir stellen sich da Fragen. In Berlinen gibt es Millionen von Konsumenten aller nur erdenklichen Drogen. Manche sind legal, andere illegal und geächtet. Lustigerweise gelten die legalen Drogen als gut und die illegalen als schlecht. Da wird weniger mit der Wirkung argumentiert, als mit dem Betäubungsmittelgesetz. Schon die Rolling Stones wiesen im Lied „Mothers little Helper“ darauf hin, wie sich Hausmütterchen mit Tranquilizern vollpumpen. Ich kann da nichts positives erkennen, außer das es legal ist und die Pharmaindustrie reich macht.

Wer in Berlin in ein Lokal geht und sich die Mühe macht, mit der Hand über versteckte glatte Flächen zu reiben, denkt entweder an Scheuerpulverrückstände oder Koks. Dies funktioniert mittlerweile in Eckkneipen. An allen Ecken und Enden riecht es nach Gras, welches vorbeiziehende Leute unterschiedlichster Herkunft unbekümmt rauchen. Kaum eine Party vergeht, ohne das auf dem Balkon einer gebaut wird. Drogen ziehen sich durch die komplette Gesellschaft. Warum auch nicht? Es steht jedem Erwachsenen frei, sich dafür oder dagegen zu entscheiden. Das Argument mit den Krankenkassenkosten zieht für mich überhaupt nicht. Wenn wir alles schädliche verbieten, haben wir sehr viel zu tun. Vom Extremsportler bis zum krankmachenden beruflichen Umfeld, ist da alles vetreten.

In Berlin kann jeder, aber auch wirklich jeder, alle Drogen seiner Wahl ziemlich unkompliziert kaufen. Der Konsument hat dabei kaum ein Risiko. Kompliziert wird es nur bei speziellen Vorstellungen. Als unbedarfter Käufer, kann ich mir den Streckungsgrad des Kokain nicht aussuchen. Und ich werde mit Maroque vorlieb nehmen müssen, obwohl ich lieber Schwarzen Nepal rauchen würde. Gleichermassen verhält es sich mit Gras und anderen Substanzen.

Die Drogenpolitik ist gescheitert und das schon vor Jahrzehnten. Wir erreichen nur eins: Unkontrollierte Dealer verticken unter schwierigen Umständen das Zeug von besser gestellten Anlieferern an eine unübersehbare Menge von Menschen, inklusive Minderjähriger. Letztere würden bei einer Legalisierung aber auch an den Stoff kommen, weil sie plötzlich zur alleinigen Zielgruppe der Kriminellen werden würden. Dies gilt aber auch für Zigaretten und Alkohol, mir persönlich wäre es neu, dass Vietnamesen einen Ausweis beim Verkauf einer Stange Zigaretten verlangen.

Drogenkonsum gehört zur menschlichen Natur, das ist eine Tatsache. Worüber regen wir uns im Falle des Museums auf? Doch letztlich nur, das mit dem nackten Finger auf uns gezeigt wird. Alle machen es und wir bekommen es nicht geregelt. Für mich zeigen sich da Parallelen zur Prostitution. Alle zeigen auf die Nutten und Zuhälter, aber Papa, der als Freier eine 30 Jahre jüngere Polin vögelt geht sauber aus der Nummer heraus. Es gibt diese Typen, die am Drogenstrich drei Runden drehen und darauf warten, dass die süchtigen Frauen richtig auf Druck sind, um den Preis herunter handeln zu können.

Die Afrikaner sind arme Schlucker, die irgendwo auf diesem Planeten unterkommen wollen. Im Park zu nächtigen und stets auf der Flucht zu sein, ist immer noch angenehmer als im Heimatland in einem Slum zu vegetieren. damit sind sie ideale Arbeitskräfte für Unternehmer in Sachen Drogen, ähnlich wie minderjährige Kuriere, die von der Mafia hin und her geschickt werden. Den steuerzahlenden Hintermann mit seiner S – Klasse und teuren Loft, hofieren wir als einen, der es geschafft hat in der Gesellschaft.

Die Art der kursierenden Drogen und das Aussehen der Dealer sind eines der Aushängeschilder der Gesellschaft. Teure Drogen und aufputschend wirkende Substanzen, sind ein Zeichen für Wohlstand und Leistungsdruck. Wieder so ein Treppenwitz der Geschichte, das ausgerechnet das im Dritten Reich entwickelte PERVITIN, heute besser unter Chrystal Meth bekannt, einen Siegeszug in Deutschland erfährt. Billige, sedierende Drogen oder selbst schnell herstellbare Stoffe, zeigen eher eine vollkommen kaputte Gesellschaftspolitik, wie zum Beispiel in den USA und Russland auf.

Das Museum verwendet für die Handlung Dealen die Bezeichnung „Arbeit“. Das ist in keiner Weise falsch. Die Personengruppe dealt, um sich den Lebensunterhalt zu verdienen. Im Allgemeinen nennt man dies : Arbeiten. Und warum können sie damit Geld verdienen? Weil es Abnehmer gibt! Die Gesellschaft finanziert sie und trotzdem verfolgen wir sie. Irgendwie ein seltsames Spiel. Nahezu skuril ist die Behauptung einiger, diese Dealer dort im Park würden die Kids anfixen. Wie muss ich mir das vorstellen? Der Dealer aus Afrika führt mit einem bisher nicht konsumierenden Jugendlichen ein Werbegespräch? Das erinnert mich an die Räuberpistolen aus den Achtzigern, in denen behauptet wurde, finstere Gestalten beträufeln Leckbildchen mit LSD, um diese süchtig zu machen. Ein ausgemachter Blödsinn.

Den Kontakt zu Drogen bekommen die Jugendlichen überall. Entscheidend ist, wie das Elternhaus, Schule und Umfeld damit umgeht. Jedes Kind zündelt irgendwann einmal, also sollten wir ihnen einen Umgang mit Feuer rechtzeitig beibringen. Sie werden eines Tages die Böllerei mit Knallern kennenlernen, deshalb macht es Sinn ihnen rechtzeitig die Sicherheitsgrundlagen realistisch beizubringen. Altersadäquat sollten wir ihnen auch die Grundregeln des Drogenkonsums vermitteln. Niemals alleine, keine chemischen Substanzen, die ein mittelsloser Chemiker in Polen zusammengemixt hat, Dosierung, Gefahren usw.. Dann tauchen die da im Park als Käufer auch nicht auf.

Aber wie immer in diesen Tagen. Alarm! Wir haben die Schuldigen gefunden, auf Sie! Nur niemals im eigenen dunklen Keller die Taschenlampe einschalten.

 

 

 

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