Einfache Antworten münden im Chaos

Drei völlig zugedröhnte Typen entern eine Diskothek, bedrohen dort die anwesenden Gäste mit einem Revolver, einer Schrotflinte und einer Machete. Es sind Junkey, die nebenbei auch noch ein wenig dealen und bei einigen Anwesenden Außenstände eintreiben wollen. Danach stehen sie am U-Bahnhof Zoologischer Garten und fragen sich, was gerade passiert ist. 


Eine Gruppe junger Männer sammeln sich regelmäßig auf einem Spielplatz in Charlottenburg. Dort trinken sie Bier und randalieren. Wer ihnen nicht in den Kram passt wird zusammengeschlagen. Eines ihrer ersten Opfer ist ein junger Musiker, der gerade noch so in ein Haus entkommen kann. Ein paar Tage später stechen sie einen Polizisten ab. Eines Tages drücken sie einem Mädchen Zigaretten auf den Oberschenkel aus. Der Spuk endet, weil diverse Familienväter sich zusammentun und sich als aufgewiegelter Mob dem Spielplatz nähern.


Eine Familie kehrt in einer Hochhaussiedlung nach einer Sylvesterfeier  zurück und ist schockiert. Sämtliche Beleuchtungen sind mit Böllern zerstört worden, die Fahrstühle sind ausgebrannt und überall riecht es brenzlig. Die gesamte Siedlung sieht aus, wie nach einem Bürgerkrieg.


In einer Berliner Hochhaussiedlung bilden sich Jugendbanden, die ihre Mitgliedschaft über die Zugehörigkeit zu  einer der drei Straßen in dieser Siedlung definieren. Täglich bekämpfen sie sich mit Fahrradketten und Erdnägeln, die sie sich auf Baustellen besorgt haben. Einer der Gangmitglieder muss mit erheblichen Verletzungen behandelt werden, da er von einer Stahlstangen aufgespießt wurde. 


Zwischen zwei Gruppen aus dem Milieu kommt es zu Streitigkeiten. Keine der Gruppen will das Nachsehen haben, deshalb bewaffnen sich alle. Nach einer Schießerei werten sie das Ergebnis aus. Einer der Anführer beauftragt hieraufhin einen Killer, der kaltblütig zwei der gegnerischen Bande abknallt. Später im Gefängnis wird er Pläne schmieden, einen Staatsanwalt zu töten.


Drei Männer sitzen am Ku – Damm in einem Lokal und trinken Kaffee. Plötzlich hält ein Auto und die Insassen eröffnen das Feuer. Die drei anderen ziehen ebenfalls ihre Waffen und schießen munter zurück. Zufällig wird niemand ernsthaft verletzt.


An einem Bahndamm in Berlin werden mehrere Leichen gefunden. Sämtlich wurden die Männer mit Kopf- u. Genickschüssen hingerichtet. Nach langen Ermittlungen können die Täter in einer Wohnung festgenommen werden. In der Wohnung wird ein ganzes Arsenal an automatischen Waffen gefunden.

Drei Typen ziehen eine Blutspur durch Berlin. Sie überfallen gemeinsam in unregelmäßigen Abständen Geldtransporter. Kurz vor ihrer Festnahme wird einer der Täter sagen: „Wie üblich, Du setzt unten an und ziehst dann nach oben!“ Er meint damit die Verwendung der mitgeführten Kalaschnikow.


Berlin 2017? Nein, eine kleine Auswahl von Ereignissen aus dreißig Jahren Großstadt. Einer der Abhängigen, war ein Verwandter von mir. Die Täter vom Spielplatz waren die Mitglieder der Rockerbande Phönix, die später zu den Hells Angels Berlin wurden. Bei der Siedlung handelte es sich um die Spandauer Rudolf – Wissel – Siedlung im Jahr 1981. Eine der beiden Banden war die Truppe um Klaus Speer herum, dessen Krieg zur volkstümlichen Umbenennung der Bleibtreustraße zur Bleistreustraße führte. Axel Magull war der Name des Auftragskillers, der später einen der bewaffneten Dealer und den Staatsanwalt töten wollte, womit sich der Kreis wieder schließt. Die Männer im Kaffee waren Russen in den Neunzigern, die gerade begannen die Stadt zu übernehmen. Die Leichen legten Vietnamesen ab und die Räuber waren ehemalige DDR – Bürger.

Muslime, Migrationshintergrund? Fehlanzeige! Arabische Clans, marodierende Jugendbanden, Zusammenrottungen, Rotlicht, Drogensumpf, Korruption, von der Gesellschaft abgekoppelte Strukturen usw. gibt es überall und gab es schon immer. Doch Metropolen haben einen besonderen Charakter. Sie sind quasi der Liebigkühler beim Schnapsbrennen. Der gekochte Sud kondensiert und das Konzentrat tropft heraus. Und umso mehr in den Randgebieten der Städte die Bevölkerungsdichte steigt, bekommen die Anwohner auch dort den Effekt zu schmecken. Eine Kfz – Verschieberbande, die sich auf einem alten LPG – Gelände einnistet fällt auf dem platten Land kaum auf. Mal ein zum Bordell ausgebautes Einfamilienhaus hier oder da, bemerkt kaum jemand. Sollen doch die polnischen Prostituierten in den Wohnmobilen an der Landstraße machen was sie wollen. Aus dem Blick, aus dem Sinn, alles gut. Und solange sich der als Kellner getarnte Mafiosi in der Dorfpizzeria ruhig verhält, brav einen Grappa ausgibt, kann er soviel Geldwäsche betreiben, wie er will. Dennoch hängt alles irgendwie miteinander zusammen und ist nicht einfach zu durchschauen.

Doch dann kommen die Heilsbringer. Wer nicht nachdenken will, benötigt einfache Antworten. Migration, Flüchtlinge und Islam, sind die Wurzeln allen Übels. In der Logik bedeutet dies: Fallen diese Faktoren weg – leben wir im Schlaraffenland! Wäre das schön! Jeder der halbwegs bei Verstand ist, weiß dass dem nicht so ist. Die Logik ist ähnlich dumm, wie die Annahme, dass Rauschgiftschmuggler nach der Legalisierung von Drogen brave Arbeitnehmer werden. Das Prinzip lautet: Mit wenig Aufwand viel Geld zu verdienen.

In einer globalen Gesellschaft, die auf Erfolgssymbole ausgerichtet ist, ohne Wertschätzung der tatsächlich erbrachten Leistung, kann ich mit Brüsten und schwachen Stimmchen, mehr Geld verdienen, als eine sich abrackernde Alleinerziehende. Diese Erkenntnis haben vom Belgrader Einbrecher bis zum betrügerischen Investmentbanker oder deutschen OK – Rechtsanwalt, alle gemein.

In Deutschland stellen wir dem Ganzen eine unterfinanzierte Justiz und kastrierte Polizei entgegen. Ich bleibe bei der Schnapsbrennerei. Die Polizei darf sich um die Alkoholiker kümmern, die zur Beschaffung Straftaten begeht. Ab und wann geht mal ein Versorger, nämlich der Schnapsbrenner ins Netz. Aber nur, weil er die legalisierten Dealer schädigt. Die Immobilienhaie, Investmentbanker, Betrüger und andere weiße Westen Träger, die die Menschen in den Suff getrieben haben, lachen sich ins Fäustchen. Und vor allem darf sie die Alkoholiker nicht als solche benennen, denn die fühlen sich schnell beleidigt.

Wehe, die Gesetze werden auf sie angewandt! Da spaziert dann schon mal ein Minister ins Gebäude der Steuerfahnder und lässt sie für paranoid erklären. Auch dieses Prinzip funktioniert in Berlin. Wer verdient an den Häusern in Neukölln, in denen rumänische Sklaven untergebracht sind? Wer hat Geld daran verdient, dass komplette Straßenzüge und Häuserblöcke an Clans gingen? Wo sind die Verantwortlichen für die Brutkästen? Jeder Ermittler kennt die „speziellen“ Häuser und Wohnkomplexe in Berlin. Dort wo Kinder in den Zwischengängen vor den anrückenden Polizeieinheiten warnen oder die Kennzeichen von Zivilfahrzeugen notieren.

Die Polizei wurde nicht nur „kaputt“ gespart. Sie wurde zusätzlich ausgebremst. Noch in den Neunzigern, gingen „harte“ Ermittler in die „Kulturvereine“ und zeigten mal Präsenz. Eine Fachdienststelle konnte eigenständig ein Lokal als „Gefährlichen Ort“ deklarieren und die „Nester“ ausheben. Spezielle Ermittlungsgruppen kümmerten sich mittels exzessiver Rechtsauslegung um Banden aller Ausrichtungen, ohne Ansehen der Herkunft, Religion und sozialen Stand, im Rotlicht und in den „schwierigen“ Gebieten. Dies gefiel der bürgerlichen Gesellschaft aber nicht. Hierzu wäre ein Eingeständnis notwendig gewesen. Berlin – die alte Mauerstadt,  ist in der Liga der anderen Großstädte angekommen. Aber nicht nur kulturell, sondern auch sozial und kriminologisch.

  1. Es geht mir nicht um eine Beschönigung der Verhältnisse. Doch ich bin dafür, die Realität zu akzeptieren, die Dinge zu ändern, die zu ändern sind und einzudämmen, was nur eingedämmt werden kann, aber nicht erfolgreich aufgehoben werden kann. Wer sich z.B. auf der Reeperbahn darüber beschwert, abgezockt geworden zu sein, muss sich kollektiv auslachen lassen, aber darf sich nicht beschweren.
  2. Drogen, Rotlicht, kriminelle Banden, soziale Schwerpunkte, Auseinandersetzungen von Ethnien, gehören zwingend zu Metropolen auf diesem Planeten. Diese ganze Migrationsdebatte ist vollkommener Schwachsinn. Es geht um sozialen Verfall, Kriminalität und sich verfestigende Strukturen.
  3. Berlin steht mit diesen Problemen nicht alleine da. Wenn andere ähnliche Probleme haben wie ich, ist es sinnvoll mir Erfolge und Fehler anzusehen. Paris, Marseille, Miami, New York, London und Amsterdam heißen die Ansprechpartner.
  4. Die Polizei muss mit Rückendeckung der Bevölkerung und der Politik die gebotenen Maßnahmen durchführen können. Das Milieu muss in Bewegung gehalten werden. Eine Auswirkung werden wie immer Verteilungskämpfe sein, die Strukturen aufzeigen. Dies kann eine Chance darstellen, einige Etagen höher zu kommen und die wahren Nutznießer zu bekommen.
  5. Razzien, verstärkte Verkehrskontrollen in belasteten Gebieten, passend ausgerüstete Streifen  müssen ein gewohntes Bild werden. Opel Corsa mit zwei schäbig aussehenden Polizisten erzeugen mehr Heiterkeit bei Kriminellen, als Respekt.
  6. Die falsch verstandene Sedierung der Bürger muss aufhören. Klare Verhältnisse! Sie leben in einer Metropole, hierzu gehören auch gefährliche Gebiete, finden sie sich damit ab. ABER wir versuchen mit geeigneten Mitteln diese nicht ausufern zu lassen.
  7. Auch die kleinen Nutznießer der Strukturen müssen abgeschreckt werden. Der Drogenstrich ist schnell Geschichte, wenn die Freier kontrolliert werden. Die Vietnamesen haben schnell weniger Kundschaft, wenn die Käufer Zollstrafen entrichten müssen. Die illegalen Vermietungen von Boliden an posende Clan Mitglieder haben zügig eine Krise, wenn sich die Polizei und Ordnungsämter um die Händler kümmern.
  8. Wir werden als Bürger dieser Stadt nur weiter kommen, wenn – Familien mit Migrationshintergrund, Christen, Muslime, Vietnamesen, Italiener, Russen, Polen und wer sich sonst noch in Berlin angesiedelt hat – an einem Strang ziehen.
  9. In den „Quartieren“ müssen Bürger und Polizei zusammen arbeiten. Dafür müssen aber auch kundige Beamte in das Milieu hineingehen und ansprechbar sein. Ohne Personal, welches die passenden Anreize erhält, wird das nicht klappen. Wie diese Arbeit funktioniert, kann bei ehemaligen Mitgliedern der AG Jugo oder dem Einsatztrupp Potsdamer Straße nachgefragt werden. Wie man diese Arbeit sabotiert, kann im Höheren Dienst und bei Mitgliedern des Senats 1992 – 2000 ermittelt werden.
  10. Die Justiz muss mit ins Boot genommen werden. Ähnlich wie Mordkommissionen müssen Staatsanwälte an diese Spezialdienststellen unmittelbar zugeordnet werden, damit strafprozessuale Maßnahmen zügig umgesetzt werden können. Dafür braucht die Stadt Personal.
  11. Ähnlich wie in Italien müssen Kommissionen bestehend aus zivilen Fachleuten, Ordnungsämtern, Polizei, Steuerfahndung und Bürgern gebildet werden, die den Gewinnern von Konflikten die Stirn bieten können.

Und eines weiß ich jetzt schon: Nichts davon wird passieren … Merkel ist schuld, die Ausländer, die Flüchtlinge ist zu verlockend einfach.

to be continued …

 

 

 

 

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