Nachschlag …

Kaum veröffentlichte ich den BLOG – Beitrag über die Polizeischule (Akademie) meldeten sich auf anderen Kanälen die Vertreter der MIGRATIONS – Kritik. Simsalabim griffen dies auch die Verteidiger auf und bemängelten, dass alle Aussagen nach Diskriminierung riechen würde.

LANGWEILIG … möchte ich da rufen. Als ob die Herkunft der Familie für das Benehmen des angehenden Polizisten ausschlaggebend wäre, vielmehr noch das Umfeld – Akademie – etwas damit zu tun hätte. Fakt ist: Kevin hat genauso gute Chancen sich daneben zu benehmen, wie Achmed, Pawel oder Jolanta. In erster Linie ist in der letzten Zeit folgendes passiert. Ausgewachsene Polizisten haben den Weg der anonymen Aussage gewählt, um auf Missstände hinzuweisen. Offensichtlich sahen sie keinen anderen Weg. Warum?

In der AMRI – Affäre sahen sich Kriminalbeamte genötigt, die bestehende Überlastung mittels „Nachbereinigungen“ zu kaschieren, statt schon viel früher deutlich zu sagen: „Es geht nicht mehr! Und ich werde da nicht mehr mitmachen!“ Es folgte eine filmreife Buhmann – Lösung, mit der sich die Politik versucht, rein zu waschen.

Bei der Schießtrainer Angelegenheit wurde zunächst gedeckelt, dann vertuscht und irgendwann der Weg in die Öffentlichkeit gesucht. Es folgte ein erbärmliches Gebaren der Behördenleitung.

Normaler Weise ist die Situation bei der Polizeischule einfach zu regeln. Vorbestrafte oder Personen mit offenen Ermittlungsverfahren werden nicht eingestellt. Auch die Aussage: „Ladendiebstahl in jungen Jahren wird toleriert, wenn ansonsten eine charakterliche Einigung besteht.“ Jahrzehntelang fuhr die Polizei sehr gut damit, diesbezüglich eine Null – Toleranz an den Tag zu legen. Die geringen Bewerberzahlen öffneten die Schleusen. Vielleicht hätte man die Polizei einfach attraktiver gestalten sollen, als das Level zu senken. Schlechte Schulleistungen müssen kein Hindernis sein, wenn sich der Berufsanfänger auf der Akademie zusammen reißt und dort ordentlich lernt. Wer sich aber nicht adäquat verhält, muss sich halt einen anderen Beruf suchen. Wer genau prüft eigentlich die charakterliche Eignung?

Doch auch hier hat die Behördenleitung sabotiert, in dem sie die begleitenden Beamten abzogen und vermutlich aus Kosten- und Stellenerwägungen heraus das System veränderten. Wieder einmal nicht akzeptierend, dass die Ausbildung bei der Bundeswehr und Polizei etwas anders ist, als in anderen Berufen. Immerhin hantieren dort junge Leute unterschiedlichster Herkunft mit Schusswaffen. Auch ohne bösen Willen, kann mangels Disziplin dabei sehr viel schief gehen. Es wäre nicht der erste Unfall beim Waffenreinigen.

Über allem steht, eine ziemlich miese Kommunikation innerhalb der Polizei. Eine gnadenlose Umsetzung einer Sparpolitik und das weltfremde Führungsverhalten einer Behördenleitung. Nicht umsonst meldet sich ein Haudegen wie Direktor Knape zu Wort und nimmt kein Blatt mehr vor den Mund. Männer wie er, stehen noch für eine „Alt – Generation“, die sich nach und nach verabschiedet.

Ein paar Polizeischüler unter Kontrolle zu bekommen dürfte für erfahrene Leute nicht das Problem darstellen, egal wo sie herkommen. Den ganzen Apparat mal auseinander zunehmen, eine brauchbare kritikfähige Kommunikation zu installieren, endlich die Seilschaften zu durchtrennen und diese „Arsch an die Wand!“ – Mentalität abzuschaffen, ist eine Herkules Aufgabe. Wie sagen gute Ärzte: „Ein Haus einzureißen dauert nicht lange, es wieder aufzubauen braucht seine Zeit.“ Die „armen“ Polizeischüler sind letztlich nur eines von sehr vielen Symptomen.

Wer lange dabei ist, weiß gar nicht mehr, wo er da anfangen soll. Seit ’89 reiht sich ein Desaster an das nächste. Es begann mit der Kriminalpolizei und ist schon längst bei der Schutzpolizei angekommen. Nach der Wende wurde eine Aufarbeitung der Volkspolizei versprochen. Vollmundig wurde erklärt, dass ehemalige Volkspolizisten aus der leitenden Riege nicht mehr in der neuen Polizei Führungsaufgaben bekommen werden. Das (Ang.) fiel weg, der Dienstgrad übergeleitet und Schwamm drüber.
Die organisierten Kriminellen entdeckten Berlin als Drehscheibe und das LKA machte munter weiter, als ob die Mauer noch stehen würde. Mal rannte alles zu den „Jugos“, dann zu den „Russen“, hiernach zu den „Vietnamesen“ und später zu den „Rechten“ und „Arabern“. Wurde dort verstärkt, öffnete sich an anderer Stelle eine Lücke. Vollkommen überlastete Sachbearbeiter begannen zu tricksen und scheiterten. Ich kenne Sachbearbeiter beim BKA, die sich über die Erkenntnislage des LKA Berlin bezüglich der Aktivitäten der Mafia, Camorra und N’dhangreta schief lachten. „Wir kommen lieber selber, bei Euch weiß doch keiner Bescheid.“

Unvergessen sind auch die Äußerungen legendärer Ermittler, die sich vor laufender Kamera säuerlich über die Blockierung der Ermittlungen zur Vereinigungskriminalität äußerten. Auch das darf nicht unter den Tisch fallen. Wer sich in Berlin auf Führungsebene kritisch äußert, kann herunter zählen. 3,2,1 – Abstellgleis. Siehe Polizeidirektor Knape.

Eifersüchteleien zwischen den Direktionsfürsten und dem LKA keimten auf, wo sie doch eher an einem Strang ziehen sollten. Die Opfer waren mal wieder die Sachbearbeiter. Polizeipräsidenten tobten laut brüllend über den Flur und der Leiter des Landeskriminalamts brüllte zurück. Ein Tollhaus!

Die Senate benutzten den Polizeihaushalt als Chips – Tüte und griffen bei Bedarf hinein, wenn die anderen Nebelkerzen nicht mehr funktionierten. Digitaler Funk? Was für ein neumodischer Quatsch, das Geld verbrauchen wir erst einmal anders. Fahrzeugpark? Alles eine Frage der Formulierung. Wir nennen den Kauf von Opel Corsa einfach „bürgernah“ und dann merkt es keiner. Kommt ein Beamter auf die Idee mit einem Dienstwagen zum regulären TÜV zu fahren, bekommt er ein Disziplinarverfahren, weil er den Dienstweg nicht eingehalten halt.

Und stets kommt es zu neuen zweifelhaften Prozessen. Untersuchungen durch Unternehmensberater, Einführung von „Neusprech“, Umbenennungen- und Umstrukturierungen, kreative Statistiken, Mangelwirtschaft und was alles noch zur Berliner Polizei gehört. Abendfüllende Geschichten können hierzu erzählt werden. Zusammenlegungen der Abschnitte, Berliner Modell, Säulenmodell … jeden Tag hat einer eine neue Idee und muss sich verewigen. Auch hier hat die Berliner Polizei ein Credo. „Wir starten eine Testphase und erklären sie per Order als erfolgreich – was Geld gekostet hat, muss funktionieren!“ und weil es so schön funktionierte, sparen wir ein wenig Geld ein. Einer der Ur – Väter des Berliner Modell sagte mal zu mir: „Eigentlich war die Idee gut, bis dieser … kam und einsparte, was nur ging. Jetzt wird es nicht mehr laufen. Ein gutes Gebäude im Moor gebaut, wird versinken.“

Doch wir brechen es am Ende wieder auf „Migration“ herunter. Natürlich ist das eine Aufgabe, aber die sollte lösbar sein. Viel spannender ist der Umgang damit, die beschrittenen Wege der Ausbilder und die professionelle Reaktion der Behördenleitung.

Warum ermordete der Teufel nochmal seine Großmutter?

 

 

 

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2 Gedanken zu “Nachschlag …”

  1. Hr. Knape auf dem Abstellgleis? Habe ich da was verpasst? Charakterlos und cholerisch. Der war auch nicht besser als alle anderen und tritt jetzt nach, nachdem er keine PPr geworden ist! Frag doch mal seine Opfer, was die von ihm halten.

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    1. Teilweise Zustimmung. Ich habe mir auch nicht träumen lassen, dass ich ihn mal „ansatzweise“ mögen würde. Aber ich kann nachvollziehen, was Sie/Du meinen. Als charakterlos würde ich ihn nicht bezeichnen. Aber er gehört wenigstens zu den Leuten in den oberen Etagen, die einschätzbar waren.

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