Kollege Kamera

Artikel der BZ – Berlin zur Kameraüberwachung

Zitat: BZ – Berlin, 30.11.2017

Kamera fährt nicht, Kamera läuft! Zum ersten Mal werden Polizeibeamte zur Videoüberwachung eingesetzt – und filmen an Alex und Breitscheidplatz – anstelle der neuen mobilen Video-Anhänger.

Knapp ein Jahr nach dem Terror-Anschlag vom Breitscheidplatz (12 Tote, mehr als 60 Verletzte) haben die Weihnachtsmärkte wieder geöffnet. Zum ersten Mal werden Polizeibeamte zur Videoüberwachung eingesetzt – aber nicht die neuen mobilen Video-Anhänger. 

Kamera fährt nicht, Kamera läuft!

„Wir werden am Alex und am Breitscheidplatz mit Polizei-Teams mit jeweils zwei, drei Beamten und Kameras präsent sein“, sagt Polizeisprecher Winfrid Wenzel (49). „Sobald sie mit Straftaten wie Taschendiebstahl oder Schlägereien rechnen, werden sie anfangen zu filmen.“ Der Markt am Alex zählt mit 2,5 Millionen Besuchern zu den größten Berlins.

Die Beamten sind kameraerprobt (Anmerkung: Ich dachte immer, dies bezieht sich auf Models!) : Bei Großereignissen wie Demonstrationen am 1. Mai sind sie mit ihrer Technik regelmäßig im Einsatz. Wenzel: „Sie haben ein Gespür, wo sich Konflikte und rechtswidrige Handlungen entwickeln könnten.“ Die Aufnahmen sollen 2–3 Monate gespeichert werden. Bei BVG und S-Bahn ist das nur 48 Stunden der Fall …

Der Video-Einsatz der Polizei ist rechtlich durch das Allgemeine Sicherheits- und Ordnungsgesetz gedeckt. Es erlaubt anlassbezogene Aufnahmen: z. B. Menschenansammlungen bei Großveranstaltungen, die zeitlich befristet sind – wie Weihnachtsmärkte.

Die 170 000 Euro für zwei mobile Überwachungswagen hat die Polizei möglicherweise umsonst investiert. Ursprünglich sollten sie zunächst drei Monate an fünf Kriminalitätsschwerpunkten getestet und die Ergebnisse dann ab Januar 2018 ausgewertet werden.

 Doch erst am Freitag sollen die Mitarbeitervertretungen der Polizei zu dem Pilotversuch befragt werden, wie das gesetzlich vorgeschrieben ist. Ihre Zustimmung ist fraglich.

Als Bürger der Stadt Berlin würde ich spontan denken: „Prima! Die Polizei macht etwas u. sie bekommen endlich Ausrüstung!“ Dann würde ich mir einen Kaffee kochen, eine Zigarette rauchen und nachdenken.

Da gibt es also kampferprobte Polizisten, die Erfahrungen im BeDo – Trupp  (Beweis – u. Dokumentations Trupp) bei Demonstrationen gesammelt haben. Demonstration? OK! Ist denn so eine Demonstration mit einem Weihnachtsmarkt vergleichbar? Und sind Taschendiebe mit gewalttätigen Demonstranten gleichzusetzen? „Sie haben ein Gespür, wo sich Konflikte und rechtswidrige Handlungen entwickeln könnten.“ Äh? Ich auch … bei Menschenansammlungen und dichten Gedränge, also quasi auf einem Weihnachtsmarkt an sich, deshalb treibt sich die Polizei dort herum. Früher nannte man dieses einen Satz mit „X“. Schlägereien würde ich überall dort vermuten, wo entweder Alkohol konsumiert wird oder Erlebnisorientierte zusammentreffen, ergo Alex, Kneipe oder Glühweinstand. Früher hieß das: „Der erfahrene Schutzmann hat das im Urin!“

Was macht denn ein Taschendieb eigentlich? Wäre ich einer, würde ich die Gegend sondieren. Mit Sicherheit würde ich die Bereiche vermeiden, an denen sich Uniformierte Polizei herum treibt. Das wäre jetzt wahrlich sehr frech. Obwohl! Ich kenne ein paar Belgrader, denen ist alles zuzutrauen. Ich hoffe ein Budimir D. u. eine Cvetlana C. sind bereits in Rente.

Aber bei der Tat filmen? Da gibt es doch immer diese Zivilbeamten, die sich auf Taschendiebe spezialisiert haben. Spezialisiert? Scheinbar kann das nicht jeder einfach mal nebenbei. Ob die sich veralbert vorkommen, wenn die Kollegen in Uniform behaupten, die machen das mal eben nebenbei? Durchaus vorstellbar!

Was wäre im Falle eines Terroristen? Da steht doch immer in allen Zeitungen, dass die observiert werden. Angeblich ist der Aufwand dafür auch nicht unerheblich. Deshalb schreiben die immer, bei einer derart hohen Anzahl von Gefährdern kann nur punktuell vorgegangen werden. Würde ich mich im vollen Salafisten Outfit unter die Leute mischen? Eher nicht! Die Filmaufnahme eines heranrasenden LKW, wäre jetzt auch nicht wirklich präventiv sinnvoll. Also müsste ich mich benehmen,  wie alle anderen auch. Könnten mich dann Beamte, die auf „linke“ – Gewalttäter spezialisiert sind, in der Menge ausmachen? Nun, sie könnten wenigstens die nachfolgende Tatortarbeit erleichtern, jedenfalls wenn sie weiter als 30 Meter von der Explosion entfernt standen

Schlägereien? OK! Wenn ich mich in einer Fäustelei befinde, achte ich eher auf den Gegner, als auf Kameras. Wenn mich dann die Polizei entdeckt, können sie mich beim Eingreifen filmen, also nicht sie selbst, sondern die anderen herbei eilenden Kollegen. Doch da würde es doch mehr Sinn machen, wenn die die Kamera am Körper hätten. Da gibt es doch diese Go Pro – Kameras. Hm? Verstehe ich nicht.

Warum stecken die das Geld nicht in die Zivilen Einheiten, die mit verdeckten Observationen erfahren sind? Die kennen die Demonstrationen, aber auch die Taschendiebe und die Terroristen. Solche Leute wissen ganz genau, wer sich da herum treibt. Die könnte dann auch mit guten verdeckten Kameras viel mehr ausrichten. Aber ich räume ein, dies hätte einen Nachteil. Öffentlichkeitsarbeit wäre das selbstverständlich nicht. Doch für die Öffentlichkeit könnte ich doch mehr Polizeistreifen heraus schicken. Also nicht nur auf die Weihnachtsmärkte, sondern auch in die Fußgängerzonen, Einkaufszentren usw.. Na ja, unter Umständen haben sie dafür nicht genug Leute. Wer weiß, vielleicht besteht die Sorge, dass die gar nicht so schnell ausgebildet werden können? Immerhin sind diese zivilen Einheiten spezialisiert, ich denke mal, diese Arbeit lernt man nicht von Heute auf Morgen. Da müssen die aber wirklich geschlafen haben oder die Spezialisierung falsch eingeschätzt haben.

Unter Umständen ist es aber auch ganz anderer Gedankenansatz. Die Politische Führung denkt: „Wenn wir den Terroristen nur genug Angst einjagen, dass sie nachträglich ermittelt werden, dann unterlassen sie es.“ Vielleicht könnte das funktionieren, doch ist es einem Selbstmordattentäter nicht ziemlich egal, ob er nachträglich namhaft gemacht wird? Oder will er möglicherweise sogar ermittelt werden? Sonst ist das ganze Unterfangen doch sinnlos. Und die bekommen auch nur dort Angst, wo die Kamera hingestellt wird.

Aber es schaut schon toll aus! Doch … ich werde meinen Glühwein ein wenig ruhiger und mit einem freundlichen Gesicht schlürfen, die Auswerter sollen nicht nur grimmige Gesichter zu sehen bekommen. Schön war es früher aber schon, wenn man mal mit einem Schutzmann ins Gespräch kam … was soll’s jetzt filmen sie halt. Ob man da auch mal „Kamerakind“ spielen darf? Wie damals bei Onkel Michael Schanze? „Ob Du Recht hast oder nicht, sagt Dir gleich das Licht! Bei eins, zwei oder drei heißt es „Bumm!“ oder die „Brieftasche ist weg!“

 

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