Worte an einen traurigen Mann in der Silvesternacht …

22:00 Uhr, Hannover, die letzten Stunden des Jahres 2017 brachen an. Ich stand mit einer Zigarette vor einem  Lokal, in dem ich mit einem befreundeten Paar und Freundin das Jahr verabschieden wollte. Nach und nach füllte sich dieser mit den Partygästen. Die meisten in meinem Alter, wären die Gesichter jünger gewesen, hätte sich der Beobachter mit ein wenig Fantasie in die Achtziger zurückversetzt gefühlt. Die deutsche Mittelschicht, einige Italiener, eine Gruppe Russen und noch ein paar andere Mitteleuropäer hatten sich dort versammelt, jeder konnte sich ohne demnächst auf irgendetwas verzichten zu müssen, die Drinks und das Essen leisten. Selbstverständlich durfte auch die Gesichtskontrolle an der Tür nicht fehlen.

Da fiel mir dieser Typ auf. Optisch handelte es sich um einen etwa vierzigjährigen Syrer mit einem gepflegten Vollbart. Seine Kleidung war nicht abgerissen, aber hob sich von der Partykleidung des Umfelds ab. Er stand einfach nur da und blickte durch die große Fensterfront in das Innere des Lokals. Ich schäme mich nicht dafür, deshalb will ich meinen ersten Gedanken nicht unterschlagen: «Was macht der hier? Seltsam! Hoffe es gibt keinen Ärger!» Dann sah ich seinen Blick. Die Silvester – Nacht geht an den wenigsten Menschen spurlos vorbei. Was passierte im zurückliegenden Jahr? Wo geht die Reise hin? Vielleicht gibt es Pläne für das kommende Jahr, von denen man sich ein Gelingen erhofft. Kinder verlassen das Haus, manche wurden geschieden, andere planen eine Hochzeit – halt die Dinge, welche einem durch den Kopf gehen.

In seinem Blick lag eine unendlich tiefe Trauer und Resignation, sein Gesicht war eingefroren. Für volle zwei Minuten rührte er sich überhaupt nicht. Dann ging er wenige Schritte vom Lokal weg, schaute mit diesem Blick nochmals zurück und ging dann sehr langsam fort. Im ersten Moment verfluchte ich meinen Drang, alles zu beobachten. Wegsehen und sich nur um seinen eigenen Kram zu kümmern, kann doch nicht so schwer sein. Eine Zigarette rauchen, und sich mit dem nächsten Drink in Partylaune bringen, mit Sekt anstoßen, die Verwandtschaft anrufen und im nächsten Jahr einfach weitermachen, sollte einem erwachsenen Mann doch möglich sein. Doch zwanzig Jahre Berufsleben, in denen ich jeden Tag Menschen beobachtete, haben ihre Spuren hinterlassen. Nur habe ich mir früher keine Gedanken darüber gemacht, was die Menschen empfinden, mich interessierte immer nur ihr Handeln oder ihr Plan, damit ich ihnen einen Schritt voraus bin.

Was hatte dieser Mann gedacht und empfunden? Musste er an seine zerstörte Heimat denken? Dachte er an Menschen, die in dieser Nacht in Syrien kämpfen? Hatte er Angehörige, die in einem Zelt in Europa auf den Jahreswechsel warten? Warten Menschen in solchen Zelten überhaupt auf ein neues Jahr? Hatte er einst in einer syrischen Stadt ein eigenes Lokal, in dem er Silvesterparties veranstaltete? Fragte er sich beim Anblick der Feiernden, wie es zu allem kommen konnte? Warum sitzen diese dekadenten Ignoranten dort, während er draußen steht und seine Landsleute leiden? Ich musste wieder an die Marokkaner denken, die ich bei einem Flüchtlingsessen in Hannover kennengelernt hatte. Da war dieser junge Ingenieur, der sich mit seiner Familie überworfen hatte und für 100 EUR im Monat in einer Behörde gearbeitet hatte.
Er hatte sich gesagt, das kann nicht mein Leben gewesen sein und hatte sich auf dem Weg nach Deutschland gemacht. Ein klassischer «Wirtschaftsflüchtling», der sich nicht ein Deut von jungen Deutschen unterschied, die sich im Ausland einen Job suchen. Warum war ich nicht zu dem Typen hingegangen und spendierte ihm etwas zu trinken: «Die Welt ist scheiße! Wir beide sind Menschen und hängen hier irgendwie miteinander verbandelt zusammen fest.»

Unbekannter trauriger Mann, was ist mit uns passiert? Du erschienst mir ein wenig jünger als ich zu sein, aber da standen zwei erfahrene Männer. Ich schaute auf Dich und sahst auf die Welt, in der ich lebe. Ich habe keine Ahnung, ob wir beide die gleiche Musik in unserem Leben gehört haben. Aber Du machtest einen sehr westlich orientierten Eindruck auf mich. Kennst Du David Bowie «Heroes»? Oder «Rocking for a free World» von Neil Young? Hast Du schon mal etwas von Bob Dylan gehört? Kennst Du die Bedeutung der Textstelle in «How many Roads» bei der gefragt wird, wie viele Strassen ein Mann gehen muss, bis ihn die Leute einen Mann nennen? Ich glaube, die bezieht sich auch auf Dich. Damals wurden farbige US – Amerikaner von Rassisten als Boy bezeichnet. Wie weit musst Du gehen, bis sie Dich nicht mehr Flüchtling nennen, sondern Dich mit Deinem Namen ansprechen? In meiner Jugend sang Udo Lindenberg: «Sie brauchen keinen Führer mehr, sie können es jetzt alleine.»

Ich selbst bin jetzt 52 Jahre alt und die letzte Generation, die noch unmittelbar der aussterbenden Kriegsgeneration in Deutschland zuhören konnte. Meine Kinder müssen mit meinen mittelbaren Berichten vorliebnehmen. Vielleicht unterscheiden wir beide uns gar nicht so sehr, wie man anfangs denken mag. In Deinem Land haben sich die Menschen nach und nach radikalisiert. Ein despotischer Familienvorstand hat irgendwann die Macht übernommen und mit seiner Clique das Land in die Katastrophe geführt. Dieser ganze Bullshit Religion, Patriotismus und Nationalismus dient doch immer nur einigen wenigen um die Gier nach Macht zu befriedigen. Du hast nichts davon und ich auch nicht. Stell Dir einfach vor, der Tag würde kommen und der Krieg ist vorbei. Es vergehen einige Jahrzehnte und die Irren fangen wieder von vorn an, dann bist Du in meinem Land gelandet.

Sie haben Deine Gesellschaft zerstört und Eure jungen Männer rennen ziellos, ohne Perspektiven und frustriert in der Gegend herum. Weil sie nichts mehr zu verlieren haben, ist ihnen alles egal. Manche drehen durch, andere wollen die paar Jahre, die sie sich selbst geben, wenigstens in vollen Zügen ausleben. Fern ab der Heimat, als Looser ohne Kohle in der Tasche, ohne Aussicht auf eine Verbesserung, nicht einmal mit Arbeit, wurden sie auf den Planeten geworfen und nehmen Rache an denen, welchen es besser geht. Wer als Deutscher Mann hässlich und ohne Attraktivität geboren wurde, kann unter Umständen wenigstens mittels Kreditkarte paarungswillige Weibchen anlocken. Wir vergessen allzu oft, wie kurz unsere Evolutionsgeschichte ist und wie sehr wir noch an den Trieben der Steinzeit hängen.

Wir hatten das in Deutschland während und nach dem Krieg auch. Was da bei Euch passiert, ist nichts Neues. Ihr habt die Daesh, wir hatten die Nazis, die marodierend, tötend und vergewaltigend durch Europa zogen und Du wirst es nicht glauben, die waren in Teilen noch schlimmer unterwegs, als diese kaputten Typen in der Wüste. Später wurden aus einigen der Traumatisierten die Halbstarken, die sich in Banden zusammenschlossen. Sollte unsere Welt noch lange genug existieren, wirst Du erleben, wie diese Daesh älter werden, sich an nichts mehr erinnern können und von einer kurzen Phase sprechen werden.

Ich kann nicht wissen, was Dir alles so durch den Kopf geht. Vielleicht schlägt Deine Trauer irgendwann in Hass um, welcher aufrichtige mitfühlende Mensch könnte es Dir nicht nachempfinden? Rache! Rache an dieser Welt und Du beschließt noch ein paar andere mitzunehmen. Du wirst verstehen, dass ich da nicht auf Deiner Seite sein kann, denn Deine Rache könnte unter Umständen mein Leben oder das meiner Kinder kosten. Aber eines kann ich Dir sagen: «Ich bin auch nicht damit einverstanden, doch ich hatte einfach mehr Glück als Du!»

Meine Gedanken schweifen zu einem jungen zornigen Mann, dessen Volk ebenfalls zwischen die Mühlsteine der Machtgeilen geraten ist. Er hat das Leben hier kennengelernt und ist trotzdem in die Heimat gegangen, um einen Beitrag für seine Landsleute zu leisten, dafür hat er unter Umständen seine eigenen Lebensziele aufgegeben. Sie haben ihn in Gaza festgenommen, ihm den Pass abgenommen und im Gefängnis wurde er geschlagen. Er ist Anfang Zwanzig und hängt jetzt schon mittendrin, dabei ist er Atheist und kennt sich mit deutschen Philosophen aus. Der Lauf unserer modernen Welt, und jeden Tag wird sie ein wenig mehr Bestandteil meines Lebens.

Aber vielleicht kennst Du das auch noch aus Deinem Geschichtsunterricht. Als Syrien noch stabil war, hattet ihr ja auch Schulunterricht. Für den einen bist Du ein Terrorist und für den anderen Teil der Welt bist Du ein Held. Wenn es gut für Dich läuft, drucken sie später Dein Bild auf T – Shirts und Du wirst zur Pop Ikone wie ein Commandante Che oder sie lesen Deine Bücher, wenn Du wie ein Ernest Hemingway am Spanischen Bürgerkrieg teilgenommen hast. Leider kann man das vorher nicht genau wissen.
Was soll ich sagen? Für zwei Minuten standen wir als Menschen zusammen. Dein Blick hat mich erneut nachdenklich gemacht. Im Gegensatz zu vielen Schwätzern da draußen, gehöre ich zu den paar tausend Menschen in meinem Land, die schon einmal eine Waffe in der Hand hatten und sie auf Menschen richtete. Auch ich habe die Straße kennengelernt und kenne ihre Gesetze.

Deutschland ist nicht Israel, wo die Leute mehrheitlich wissen, wovon sie sprechen. In meinem Land haben die Menschen längst vergessen, was Not und Elend ist. Was erwartest Du von Leuten, die mehr Angst vor einer Spinne haben, als das sie sich ernsthaft um einen Schlafplatz sorgen müssten? Die Du da in dem Lokal gesehen hast, sind wie kleine hilflose Kinder. Wenn sie müde sind, ziehen sie sich ein wenig Koks durch die Nase und es kann weiter gehen. Neue Schuhe, Botox, der DAX, das neue Projekt und erkaufte Jugend sind ihre Probleme, die wirst Du nicht verstehen können, sie verstehen sich nicht einmal selbst.

Ich kann Dir nur sagen, dass ich hilflos bin und mich oft schäme. Bei uns rennen wieder Verwirrte herum, die von «Halbnegern» sprechen und nicht einmal den Arsch in der Hose haben, dazu zu stehen. Weißt Du, was daran besonders erschreckend ist? Der Mann ist Richter. Daran habe ich mal geglaubt! Richter waren für mich einst die Elite der Juristen, die einzigen Menschen, die in Deutschland über Schuld entscheiden dürfen. Es ist schon beinahe ein Treppenwitz der Deutschen Geschichte, dass ein Mensch der die Egalität von Hautpigmentierung nicht akzeptiert, als Staatsanwalt für SED Unrecht eingesetzt wurde. Vielleicht fühlte sich die AfD deshalb so vehement von der Punk Band SLIME bedrängt. Immerhin haben diese die legendäre Textzeile „Ich glaube eher an die Unschuld einer Hure als an die Gerechtigkeit der deutschen Justiz“ verfasst. Wenn nicht ohnehin schon, ist unter diesem Gesichtspunkt der 2017 aufgekommene Ruf: „Deutschland braucht wieder mehr Punk“ zu unterstützen.

Selbst wenn er gemäß seiner Behauptung, einem Mitarbeiter seinen Account überließ, wird es nicht besser. Dann hat er nämlich aus seinen Ermittlungen weder etwas gelernt, noch ist er ansatzweise zur Reflexion der DDR – Systematik fähig. Überrascht es mich? Ich bin vier Jahre jünger als er und wir haben unter etwa gleichen Umständen Abitur gemacht, aber die Rechtswissenschaften betrachte ich schon einige Zeit misstrauisch, da scheint einiges auf unseren Universitäten schief zu laufen. Ein schwieriger Umstand, wenn man sich die Anzahl der Juristen in der Politik ansieht. Letztlich aber erklärbar, die anderen Berufe waren zu sehr mit Arbeiten beschäftigt, als das sie Zeit für Politik hatten.

Wir haben hier bei uns Menschen, denen Begriffe wie Sturmtruppen und Blockwart locker über die Lippen gehen. Wie müssen sich Leute fühlen, die die Zeit mitgemacht haben, in der die Aussage eines Blockwartes direkt in die Deportation führten? Sturmtruppen? Ich bin geneigt, diesen offensichtlich unterbelichteten Verwendern den Comic «Die Sturmtruppen – So war die Wehrmacht» zuzusenden, damit sie in geeigneter einfach strukturierter Art und Weise die Schrecken bzw. Sinnlosigkeit eines Krieges erfahren.

Auch da sehe ich Dich, wenn Du mit diesem Blick da stehst. Ich habe immer diesen Jungen in Italien vor Augen. Der eine Massenhinrichtung überlebte, in dem er sich unter dem Leichenberg tot stellte. Abgeschlachtet, weil sie sich zu einem Gott bekannten, dem sie nur einen anderen Namen gegeben hatten, als die Schützen. Was würde er zu diesen Menschen sagen, die Kritiker der AfD mit den Sturmtruppen der Wehrmacht gleich setzen? Die letzten Überlebenden des Holocaust sterben. Völker schlachteten sich in der Geschichte der Menschheit gegenseitig ab, immer mal wieder versuchten welche ganze Ethnien auszurotten – doch niemand hat es mit einer perversen unmenschlichen Horrormaschinerie soweit gebracht, wie wir! Eine Schuld die sich über zig Generationen beidseitig in die Gene gebrannt hat und dann kommt ein ehemaliges Provinzmitglied der Jungen Union daher und darf wieder etwas von „Völkisch“ und „Fortpflanzung“ sabbern? „Schämen Sie sich!“, brüllte letztens die AfD Fraktion im Bundestag. Tue ich! Dafür, dass in Deutschland solche Dinge nach relativ kurzer Zeit ohne sofort in geeigneter Weise geächtet zu werden, in ein Mikrofon geschrien werden dürfen.

Ich habe leider vergessen, wer es sagte: „Die Demokratie wird von Toleranten gemacht. Doch sie wird zerstört, wenn die Toleranten beginnen, die Intoleranten zu tolerieren.“ Ich lernte mal etwas über eine wehrhafte Demokratie … in mir kommen Zweifel auf. Die Äußerungen dieser Menschen sind keine Meinungsäußerungen, sondern Ausdruck eines perversen Menschenbildes, welches in den primitivsten Regionen unseres Reptiliengehirns produziert wird.

Hätten wir beide mehrfach miteinander gesprochen, hätte ich Dir versucht zu erzählen, dass das nicht Kultur meines Landes ist. Mein Volk hat jede Menge Leute hervor gebracht, die auf diese Typen spucken würden. Böll, Brecht, Hesse, Grass, Goethe, Heine, Kant, Nietzsche sie alle bekämen das Würgen.

Erich Maria Remarque beschreibt in seinem Roman „Im Westen nichts Neues!“ auch einen Lehrer. Jener schwingt große Reden, die dazu führen, dass sich eine komplette Schulklasse mustern lässt. Der Hauptakteur des Buchs, Paul Bäumer, hört bei einem Fronturlaub durch das offene Klassenzimmerfenster, wie der Lehrer Kantorek den nächsten Jahrgang aufwiegelt, woraufhin er eigenen Vortrag über die Front hält. Für mich ist ein Geschichts- und Sportlehrer Höcke nichts anderes als dieser Lehrer Kantorek, nur das dieser den wilhelminischen Zeitgeist aufgriff, während Herr Höcke seinen Texten nach, intensiv die Reden eines Goebbels studierte und scheinbar auch das eine oder andere Video ausgewertet hat. Wie immer, und da unterscheiden sich unsere Landsleute nicht, hört niemand aufmerksam zu. Höcke hat letztens bei der „compact“ – Rede wieder meisterlich agiert. „Wir könnten mit gleicher Münze zurückzahlen, die Leute und Möglichkeiten hätten wir, aber …!“ Wem diese Form der Drohung und Rhetorik nicht bekannt vorkommt, hat schlicht im Geschichtsunterricht nicht aufgepasst.

«Die Brücke», «Apokalypse Now» oder «Platoon» will man ihnen gar nicht zu muten, obwohl ein wenig Manöver a la «Heartbreak Ridge» oder «Full Metal Jacket» für den Denkapparat hilfreich wäre. Mich würde auch interessieren, ob dieser «Halbneger» Rassist (entweder Account Betreiber oder merkwürdiger großer unbekannter Mitarbeiter, der dann vermutlich auch für Frau von Storch arbeitet), die Worte auch gegenüber dem letzten US Präsidenten herausgehauen hätte.

Doch mein unbekannt verbliebener Syrer, was willst Du von Ihnen erwarten? 295 Millionen Menschen sprechen arabisch als Muttersprache, 400 weitere Millionen sprechen es als Zweitsprache. Ich denke, wir sind uns einig, dass ein Mensch schon ziemlich debil sein muss, wenn er diese alle als Barbaren bezeichnet. Oder er ist eines dieser Monster, die ihren Intellekt dafür benutzen, den Versuch zu starten ein ganzes Staatsvolk mit den Worten „Barbaren“ und „Arabisch“ aufzuputschen.

Wir erhoben damals unsere warnende Stimme vor dem deutschen Volk und vor der Weltöffentlichkeit, um die von einer Willens- und Geisteslähmung ohnegleichen befallene abendländische Menschheit zum Erwachen zu bringen und ihr die Augen zu öffnen für die grauenerregenden geschichtlichen Gefahren …

Klingt irgendwie vertraut nach einigen Deutschen Politikern, oder? Ist auch von einem deutschen Politiker. Es ist ein Auszug aus der „Sportpalast Rede“ von Goebbels. Das musst Du Dir vorstellen, wie eine gigantische Moschee, in der ein Iman zum kollektiven Dschihad aufruft.

Doch damit nicht genug, solche Menschen setzten Sprache auch noch mit der Religion gleich. Im Allgemeinen nennt sich so etwas Realitätsverlust. Auch das ist traurig! Knappe 13 % der deutschen Wähler, die es bis zur Wahlurne schafften, haben ihr Kreuz bei diesen geistigen Brandstiftern gesetzt. Viele kapieren eines nicht! Die da stehen sind keine Nazis der alten Schule, deshalb können sich dort auch Leute positionieren, die früher von den Nazis gehasst wurden.  Du und ich müssen uns einfach den damals verhassten Bolschewismus, das globale Judentum und die Homosexuellen wegdenken, und gegen Islam, Gutmenschentum, Flüchtlinge, Araber usw. austauschen. Damals wie heute, wollen sie Dich und mich jagen und am Ende mit uns abrechnen. Ich sehe das gelassen, mich wollten schon viele jagen und mit mir abrechnen. Bisher waren es allerdings Kriminelle. Außer Dienst gesetzte Offiziere der Bundeswehr sind allerdings neu.  Bei der Abrechnung empfehle ich aber den Mitarbeiter zu schicken, ich setze mich ungern mit Rentnern, die an Osteoporose leiden, auseinander.

Sie benutzen die Mittel der Nazis für ihre eigenen Zwecke! Es geht ihnen um die Installation einer Macht ausübenden vermeintlichen Elite, die sich über die anderen erheben kann, um dann ihre primitiven reaktionären Vorstellungen einer Volksgemeinschaft umzusetzen. Es ist an der Zeit endlich mal die Schubladen des 20. Jahrhunderts zu verlassen und sich mit den Vorstellungen einer Gesellschaft des 21.Jahrhunderts dieser Clique auseinander zu setzen. Viele von ihnen sind Akademiker, die sich jenseits ihrer Blase in einer gesellschaftlichen Realität nicht zu Recht finden würden. Ein „akademischer Turnbeutelvergesser“ ist auf einen allumfassenden Schutz angewiesen, sonst nehmen ihm nämlich die bösen Jungs das Pausenbrot weg. Ihre Rhetorik ist die organisierte Notwehr gegen Menschen, die im Gegensatz zu ihnen Flexibilität, Anpassungsfähigkeit und echte Schaffenskraft beherrschen. Ohne eine benebelte Gefolgschaft bleibt von denen nicht viel übrig.

Doch es ist wie bei Euch, wir haben nicht nur diese Heinis im Angebot. Unmerklich wird unsere viel gelobte Ruhe in Mitteleuropa fragil. Wer lauscht, kann das Säbelgerassel hören. Sie wollen es wieder wissen. An allen Trennlinien der großen Gebiete marschieren unmerklich Truppen auf. Sie drohen sich wieder mit ihren «Roten Knöpfen», konventionelle Waffengattungen werden als Manöver getarnt zusammengezogen … es fängt an nach dem Vorabend von Krieg auszusehen. Dann sind wir beide endgültig in einem Boot. Die da mit markigen Worten aus der alten deutschen Kriegsperiode an den Mikrofonen stehen, sind die Vorboten. Wir beide sterben in solchen Lagen, wer sich rechtzeitig nach oben abgesetzt hat und die Massen vor sich her treibt, profitiert. Du kennst mein Volk nicht, ich schon. Es bewegt sich nach und nach wieder in eine konstruierte Opferrolle, es handelt nicht, es sind alles nur notwendige Reaktionen. Die Spinner in Deinem Land werden uns nicht kleinkriegen, aber uns selbst zerstören … darin haben wir Übung. Noch vor ein paar Jahren hätte ich zu Dir gesagt: „Ich mache mir keine Sorgen! Noch haben wir die gemäßigten Kräfte, die Presse und die etablierten Parteien.“ Ich habe etwas dabei unterschätzt. Denen laufen die verängstigten aufgestachelten Kunden weg, deshalb versuchen sie gleich zu ziehen und fangen an, ebenfalls die Ressentiments des Pöbels zu bedienen. In Deinem Land machen sie es über die Religion und die patriarchalische Familienstruktur. Wir haben die Strukturen der katholischen Kirche und die Sippen überwunden, aber nicht ersatzlos gestrichen. Bei uns wird immer mit Ersatzreligionen und Führerpersönlichkeiten operiert, das macht es am Ende aber nicht besser. 

Wir sind beide unserer Wege gegangen. Du einsam und alleine in die Dunkelheit und ich zurück auf meine Partie. Aber ich zitiere mal einen alten Säufer mit zwei Zitaten:

«Einen Grabstein für den ganzen Schlamassel und darauf gehört die Inschrift: Menschheit, du hattest von Anfang an nicht das Zeug dazu.»

«Wirkliche Einsamkeit hat nicht unbedingt etwas mit Alleinsein zu tun.»

Charles Bukowski

Letztlich sind wir beide nur austauschbare Figuren in dem Spiel und Menschen wie wir beide werden noch oft aufeinandertreffen. Ich schaue mir 2018 unter anderen auch mit meinen düsteren Beobachtungen an, so wie Du Dir auch Deine Gedanken machst. Für menschliche Begegnungen wird es nicht einfacher werden.

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