Das Konservativ von damals ist heute linksversifft …

Letztens erinnerte ich mich an eine Bemerkung, die mir vor Jahren an den Kopf geknallt wurde. «Du bist so konservativ geworden!». Ich entgegnete, dass ich dieses für einen normalen Entwicklungsprozess bei einem Polizisten halte. Den Begriff «konservativ» oder gar «rechts- bzw. Wertekonservativ» nehmen nunmehr andere für sich in Anspruch. Diese Menschen vertreten aber Auffassungen und stellen Forderungen, die mit meinem Denken überhaupt nichts zu tun haben. Die ersten Kandidaten dieser Truppen nannten mich zwischenzeitlich «Linker Blockwart» u. «linksversifft», die Gutmenschenphase habe ich erfolgreich übersprungen.

Hieraus ergeben sich die Möglichkeiten: Entweder habe ich mich verändert, der Begriff «Konservativ» wird unterschiedlich interpretiert oder die anderen haben ein ganz neues Programm eröffnet.

Die Dienstbereiche, in denen ich mich bewegte, wurden in den zurückliegenden Jahrzehnten von den Radikalen «gehasst» und dieser Hass, war stets eine Motivation. Wenn die uns nicht leiden können, machen wir alles richtig. Letztlich sahen wir uns immer als eine Bastion der Aufrichtigkeit. Den meisten meiner Wegbegleiter war institutionelle Autorität egal, wichtiger war die menschliche und das Vermögen sich in einem Team einzufinden. Da ich zumeist in sogenannten Gefahrengemeinschaften arbeitete, wurde viel auf Werte geachtet. Aufrichtigkeit, Kameradschaft, Ehrlichkeit, Verlässlichkeit, Mut, Gelassenheit, Selbstkontrolle, Gespür für Gerechtigkeit und Fairness, waren stetige Wegbegleiter. Hinterhältigkeit, Übermaß, Egoismus, Lügen (dazu gehören auch sog. Halbwahrheiten, die sich aus dem Weglassen wichtiger Informationen ergeben), Unbeherrschtheit pp. wurden geächtet, da sie im Zweifel den Einsatzerfolg, das Team oder gar das Leben gefährdeten.

Privat legte ich stets Wert darauf, bestimmte sprachliche Entgleisungen zu unterlassen. Selbstverständlich bleiben bei diesem Lebensweg auch mal gute Umgangsformen auf der Strecke. Fäkalsprache, sexuelle Anspielungen und wohlmeinende Beleidigungen waren im Dienst mit Sicherheit an der Tagesordnung bzw. gelangten auch schon mal ins Privatleben. Zumeist wurde dieses im Umfeld nicht gern gehört, dafür ist das freundschaftliche und familiäre Regulativ notwendig. Doch bei allem «Gehenlassen» gab es gerade im politischen Bereich Grenzen. Ich wäre niemals auf die Idee gekommen, einen Kollegen als «linksversifft» zu bezeichnen. Selbst die Bezeichnung «Zecke» wurde bisweilen schon mit einem gewissen Respekt benutzt, so wie uns die andere Seite als «Bullen» bezeichnete. «Bullenschweine» war dann eine andere Qualität, aber die Sache mit dem Hass erwähnte ich bereits.

Meine Schulausbildung und gesellschaftliche Formung im Mittelstand der alten Bundesrepublik Deutschland verbot mir die bewusste Benutzung der vom Nationalsozialismus geprägten Sprache. Die Problematik, einer politisierten Sprache, war uns als West – Berliner, die im Kalten Krieg heranwuchsen stets bewusst. Wenn sich Franz – Joseph Strauß und Herbert Wehner ihre verbalen Schlagabtausche lieferten, wurde dies häufig mit einem «Ui, Ui, Ui …»,kommentiert.

Wobei ich zu Strauß heute noch ein zwiespältiges Verhältnis habe, der Mann war deutlich zu weit nach rechts gedriftet, während Wehner wenigstens zu seiner kommunistischen Vergangenheit stand. Aber niemand wären Worte wie «Lügenpresse», «Staatsfunk», «Volksverräter», «Blockwart», «Völkisch», «Barbarische Männerhorden», «versifft», «Politisches Kartell (Neue Schöpfung, aber in der Richtung eindeutig, klingt nicht viel anders, wenn Hitler und Goebbels gegen die bestehende Regierung wetterten. Oftmals ist es weniger die konkrete Begriffswahl, sondern die Taktik, die die beiden anwandten.)

Den Wunsch, die Abkehr von dieser Sprache beizubehalten, betrachte ich als einen konservativen Anspruch.

Wir haben in Deutschland vielfältige Erfahrungen damit, wenn von Propagandisten Religionen oder Fremde in eine Buhmann – Rolle gedrängt werden, und damit versuchen eigene Macht zu begründen. Dies ist nun wahrlich eine der banalsten Maßnahmen aus dem 1 x1 der Propaganda. Mal waren es die Juden, die Engländer und Franzosen, der Panslawismus, der Bolschewismus, die Gastarbeiter, wie beschrieben: Wir haben einiges erlebt. Jeder Deutsche, der halbwegs bei Verstand ist, sollte hellhörig werden, wenn dies passiert.

Sich dieser Propaganda entgegenzustellen, betrachte ich als eine Pflicht für jeden Deutschen und ersehe ich als konservativen Wert, der spätestens nach 1945 in den Wertekanon dieses Landes gehört.

Schon auf dem Schulhof war es üblich, bei entsprechender Eignung, schwächere Mitschüler gegen fehlgeleiteten Schläger zu verteidigen, und da wurde es auch mal ruppig. Später galt diese Regel auch auf der Straße. «Wenn Du Dich mit jemanden anlegen willst, dann mach es auf Augenhöhe mein Freund! Hier stehe ich und warte!» Dies ist die Ehre der wirklich starken Charaktere, sich an einem Schwächeren vergreifen kann jeder, ein fairer olympischer Kampf sieht anders aus. Es mag sein, dass viele von uns einen Western zu viel gesehen haben, aber es hat funktioniert – auch dies nenne ich konservativ.

Es gibt diesbezüglich nicht nur das vom Bürgertum in Anspruch genommene Konservativ, sondern auch die althergebrachten Regeln des Milieus. Ich weiß, dass es diese kaum noch gibt, doch diese verlorenen Werte zu respektieren, betrachte ich als konservativ. «Wenn die Bullen vor Dir stehen, ist vorbei!», im Gegenzuge respektiere ich dann auch die Aufgabe und mache keine unnötigen Faxen. Milieu unterschied sich auch einst von den «gewöhnlichen» Gewaltverbrechern, doch auch dieses ist hinfällig. Fahndungsaufrufe u. persönliches Angehen von Ermittlern war bis auf in wenigen Ausnahmefällen ein Regelverstoß.

Heute werden bereits Menschen, die nicht einmal repressiv agieren können, sondern lediglich ihre Meinung sagen, beidseitig von links und rechts verbal bedroht. Mir persönlich ist es egal, ich kann damit umgehen. Wer diese Drohungen ausspricht, ist in die Vorlage gegangen und muss sich nicht wundern, wenn er im unmittelbaren Kontakt die sekundäre Reaktion spontan bekommt – gelernt ist gelernt. Eine sehr konservative milieubedingte Verhaltensweise.

Ich sprach die Rolle der Schwächeren an. Es gab mal eine Zeit, da wurden Menschen in ziemlich schwierigen Verhältnissen in den sogenannten Notaufnahmelagern untergebracht. Geraten Menschen in solche Situationen, kommt es zu Spannungen, Übergriffen und Straftaten. Damals waren wir bereit, die dort passierenden Geschehnisse zu akzeptieren, denn es handelte sich ja um unsere Brüder und Schwestern aus der DDR. Ich musste herzhaft Lachen, als einer dieser selbst ernannten Fotojournalisten ein Bild ins Internet setzte, auf dem ein vollkommen vermüllter Platz zu sehen war. Der rechtschaffene Bürger, wollte mit dem Bild auf die «schrecklichen» Flüchtlinge hinweisen. Leider hatte er ein Foto des Lagers der DDR – Flüchtlinge in Ungarn erwischt. Klarer Fall von ganz dumm gelaufen.

Ich kann auch noch beitragen, dass die deutschen Zuhälter ziemlich blöd aus der Wäsche guckten, als die freigekauften DDR -Bürger das Rotlicht Milieu übernahmen. Sie sahen sich einer bisher nicht gewohnten Brutalität gegenüber. Jene setzte sich dann im Bereich der Hooligans fort, und bis heute sind die auch noch stolz darauf. Ebenso führten sich die Chapter der 1 % Rocker in den neuen Bundesländern auf. Aber solche Dinge geraten gern in Vergessenheit.

Den Menschen als Mensch zu begreifen und zu akzeptieren, betrachte ich als eine konservative Haltung. Der ideale Mensch ist nicht existent – daran scheiterte schon Kant. Aus diesem Grunde verstand ich mich immer als Polizist und nicht als Richter. Wenn es allzu menschlich wird, gilt es einzuschreiten und wieder geordnete Verhältnisse herzustellen. Warum und wieso es dazu gekommen ist, interessiert mich erst in der zweiten Reaktion – aber privat interessiert sie mich. Doch ich werde es tunlichst unterlassen, das Richtschwert kreisen zu lassen. Ich muss mir als gelernter «Westler» immer sagen lassen: «Du hast keine Ahnung, was aus Dir in der DDR geworden wäre.»
Dem stimme ich zu. Wer weiß, wie mein Werdegang in diesem System gewesen wäre. Doch dann verstehe ich eines nicht: Wie können dann alle wissen, wie sie sich verhalten würden, wenn sie aus einem Kriegsgebiet oder einem Schwellen- bzw. Dritte Welt Land kommen würden? Wie gesagt: Einschreiten! Aber nicht richten! Im Zuge dessen verstehe ich einen weiteren Punkt nicht. Mir wird immer berichtet, dass in der DDR vieles gar nicht schlecht war, sondern im Falle eines vorhandenen Anpassungsvermögen, sich sogar angenehm anfühlte. Letztlich musste niemand flüchten und sich erschießen lassen. Trotzdem machten sich viele auf den Weg und brachten damit ihre Kinder in Gefahr.

Wie kann ich dann kein Verständnis für Menschen aufbringen, die sich aus den Flüchtlingsländern auf den Weg in eine ungewisse Zukunft machen und darüber hinaus, auf diese Einprügeln?

Einige der Krakeeler kommen aus Familien, die sich damals dem Flüchtlingstross aus Ostpreußen und anderen bedrohten Gebieten anschlossen. Wie können die Nachkommen dieser Familie fordern, dass die Flüchtlinge gefälligst im eigenen Land die Waffe in die Hand nehmen sollen? Sind das die Nachkommen derer, die 1914 Weihnachten wieder zu Hause sein wollten? Oder dachten, die Russen werden sich nicht wehren können? Erinnern die sich noch an das Flüchtlingsschiff mit jüdischen Familien an Bord, die in Europa von einem Hafen zum nächsten geschickt wurden?

Alle reden neuerdings von einer Deutschen Leitkultur. Wenn ich schon diesen seltsamen Begriff bejahen würde, hätte ich da einige Ideen, was dazu gehören sollte:

  • • Als Deutscher bei Gräueltaten die Klappe aufzureißen, ist immer ein sehr schwieriges Unterfangen. Kein anderes Volk hat sich damit so hervorgetan, wie wir. Selbst der IS könnte von den Nazis noch einiges lernen. Die Konsequenz daraus kann nur sein, als Volk darüber zu sinnieren, wie kann es zu solchen Verhaltensweisen kommen? Doch über andere zu richten, ist uns für Generationen verwehrt. Erst, wenn wir das letzte Sprachungetüm ausgemerzt haben, welches die Entmenschlichung eines Individuums ermöglicht, alle Organisationsstrukturen beseitigt haben, die eine Wiederholung unmöglich machen, können wir anderen Ratschläge erteilen, wie sie es verhindern könnten, und wenn wir unseren Kindern etwas auf den Weg geben können, dann ist es die Weisheit, dass das Erheben über einen anderen und ihn zu richten – eine der schlechten Ideen ist. Dieses könnte Teil unserer Kultur werden.
  • Der Gedanke, dass es eine einheitliche Kultur gibt, und alles abweichende «entartet» ist, war ein Baustein der Deutschen Katastrophe. Im gleichen Atemzuge gab es in Deutschland schon in der Kaiserzeit ein Ressentiment gegen Intellektuelle, die sich mit der menschlichen Natur auseinandersetzten. Konsequent wurde über hunderte Jahre das «Denken» in Deutschland unterdrückt. Kant wurde zensiert, Heine starb im Exil, die komplette Deutsche Intelligenz verabschiedete sich im Dritten Reich oder wurde ins Lager gesteckt, was noch übrig blieb, suchte nach 1945 im Ausland nach einem neuen Leben. Die Geisteswissenschaften wurden ausgedünnt bzw. mit alten der Entnazifizierung gerade noch so von der Klinge gesprungenen Professoren repariert. Es gibt nicht die 68er Generation als ein Ganzes. Sie waren nur ein Teil der Studentenschaft, ebenso gab es genug Anhänger der anderen Richtung. Es könnte Teil dieser Deutschen Leitkultur sein, endlich mit dieser Tradition der Intelligenzunterdrückung zu brechen. Jedoch sehe ich in einem Land, welches immer noch in Schubladen des 19. Jahrhunderts denkt und Schubladen mit der Bezeichnung Links – und Rechts öffnet, diesbezüglich schwarz. Zumal humanistische Ideen und Wertvorstellungen neuerdings als «Gutmensch» diffamiert werden. Diese organisierte Verteidigung der pragmatisch orientierten Machtmenschen ist für mich keine Kultur, sondern eine zerstörende politische Tradition.
  • Teil einer Deutschen Leitkultur könnte auch die Umsetzung historischer Erfahrungen sein. Immerhin haben wir das Dritte Reich als historisch einmaliges Ereignis hinter uns. Später erlebten wir eine Teilung, zwei sich voneinander wegentwickelnde deutsche Gesellschaften und eine darauf folgende Kollision. Meiner Auffassung nach versuchte die alte bundesrepublikanische Gesellschaft anfangs die DDR – Gesellschaft zu dominieren, um dann im Verlauf der Jahre im Inneren grandios zu scheitern. Wirtschaftlich haben wir den Kapitalismus und gesellschaftlich sind wir in der DDR gelandet. Wobei die kapitalistischen Strategen schnell die Vorteile des über Propaganda und Werbung manövrierbaren DDR – Bürgers erkannte. Wer sich die «Neue Rechte» aufmerksam anschaut, wird schnell erkennen, wie viel Kapital sich dort versammelt. Ein historischer Schelm, wer dabei zurückdenkt und auf die «Weisen von Zion» stößt. Kein geringerer als der amerikanische Großindustrielle FORD finanzierte die Verbreitung des gefälschten Pamphlets und bedachte Adolf Hitler reichlich mit Geld. Die deutsche Industrie zog bekanntermaßen (also für die mit dem «alten konservativen Geschichtsunterricht» bedachten) nach. Dieses zu wissen und dagegen zu sein, könnte einer konservativen deutschen Leitkultur entsprechen.
  • In Deutschland konnten schon mehrfach «begrenzt befähigte» Personen in die Schaltzentralen der Macht vorstoßen. Dieses zu verhindern, könnte eine kulturelle Aufgabe sein. Stattdessen fördert das Bildungssystem, bis hinein in die Universitäten, anpassungsfähige Persönlichkeiten, die mittels Nachplappern und Obrigkeitskonformität Abschlüsse erhalten, mit denen sie dann durch die Instanzen wandern. Die zurückliegenden Plagiatsskandale wurden persönlich abgehandelt, kaum jemand fragte danach, welche Systematik dem zugrunde liegt. In Teilen arbeitet die AfD mit dem System erfolgreich. Mittelmäßige Wissenschaftler schließen sich zusammen und eröffnen Stiftungen bzw. Zusammenschlüsse, die dann dem Pöbel als wissenschaftlich seriöse Instanzen verkauft werden. Wie gut, dass die Strecke bis Harvard, Berkeley oder Yale so weit ist, da kann man wenigstens das Gelächter nicht hören. In letzter Zeit fangen sie auch noch an, uns in unserer Top – Domäne der Ingenieurskunst zu schlagen. Als Beispiel sei da nur das gescheiterte Bahn – Projekt in China genannt. Ein Deutschland, welches sich von Statussymbolen und Titeln abwendet und dafür die echte Lebensleistung favorisiert, hätte eine echte kulturelle Leistung vollbracht.
  • Die Bundesrepublik hatte gesellschaftlich und politisch 1945 ihre Anlaufschwierigkeiten, von der DDR mal ganz abgesehen. Nationalsozialisten tummelten sich in allen Bereichen. Ab den sechziger Jahren gab es eine echte Chance, die vertan wurde, spätestens 1989 kam es zum kompletten Versagen. Kurzfristig flammten innovative Wertediskussionen und Veränderungen auf. Selbst im Öffentlichen Dienst kam es zu kleineren richtungsweisenden Reformen, die «Gutsherrenmentalität» und das «Ober- schlägt Unter» Prinzip durchbrechen sollten. Mittlerweile geht es wieder in die andere Richtung, die Leute konnten damit einfach nicht umgehen, es fehlte der kulturelle Unterbau.
    Es ist grotesk, wie Bürger auf der Straße «Wir sind das Volk» skandieren und dabei wie eine blökende Schafherde an den Lippen eines Führers hängen. Sie fühlen sich als eine Bewegung, die das «Oben» kritisieren, und installieren doch nur eine Truppe, die ihnen das Übermorgen verbieten wollen. Spätestens, wenn ein Typ mit einer Mikrofaserjacke neben mir steht, der einen Galgen mit einem symbolisch erhängten Politiker trägt, habe ich verstanden, in wessen Begleitung ich mich befinde. Und als den alten Werten der Republik verpflichteter Konservativer erahne ich, wo ich gelandet bin, wenn höhst richterlich, nicht eingeschritten wird.
  • Es waren die Konservativen der alten SPD, CDU und FDP, welche sich immer um eine staatsmännische Regulierung des Volkszornes bemühten. In Kenntnis der Deutschen Geschichte durfte alles geschehen, nur nicht das Volk aufstacheln. Parteimitglieder, die damit nicht konform gingen, wurden nach hinten durchgereicht. Bis zu dem Tage, als sie einfach eine neue Partei gründeten. Jetzt haben wir den Salat!

Es gäbe noch einiges mehr anzuführen, aber dies würde einen BLOG Beitrag sprengen. Im Ergebnis stelle ich für mich persönlich fest, dass alte «Wertekonservative» der Bundesrepublik Deutschland in ein altes deutsches Dilemma geraten.

Auch die SPD sträubte sich am Vorabend des Dritten Reiches gegen eine Zusammenarbeit mit den Kommunisten, da sie befürchtete vom Regen in die Traufe zu kommen. Heute wissen wir, schlimmer hätte es nicht kommen können. Das Zentrum vertraute damals, wie heute die CDU, auf ihre Fähigkeiten die Horden wieder einzufangen, auch diese Taktik scheiterte. Immer mal wieder lese ich Artikel von Soziologen und Politikwissenschaftlern, die die Prozesse herunterspielen. Sie weisen darauf hin, dass die wenigsten Prognosen, vor allem die negativen Untergangsszenarien nicht eingetroffen sind. Noch zwei Gedanken dazu! Welchen Zeitraum legen sie an? Einjährige oder wegen meiner vierjährige Prognosen, mögen zweifelhaft erscheinen, dies sehe ich ein. Doch wenn ich eine Billardkugel ohne Effet anstoße, kann ich dann nicht vorhersagen welche Wirkung zunächst eintreten wird? Stets wird auf die Unvorhersehbarkeiten hingewiesen. Selbstverständlich kann in der Eiffel ein Vulkan ausbrechen, und alles nimmt einen anderen Verlauf. Doch wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit? Ist es dann nicht ratsam auf Erfahrungswerte mit dem Deutschen Volk zurückzugreifen, vor allem dann, wenn es sich auf eine seltsame Leitkultur beruft? Und was hätten diese weisen Männer einem Rathenau geraten? Oder was hätten sie den vielen späteren Opfern gesagt? Sorry … da war dann wohl doch eine Prognose richtig? Mich macht auch immer nervös, dass es sich dabei um Akademiker handelt, deren Lebenserfahrung sich auf den Campus und ihr Einfamilienhaus beschränkt. Der Michel spielt aber auf der Straße. Ich habe in all den Jahren eine Menge Stereotype kennengelernt und man mag mich für arrogant und bescheuert halten, in der Führungsriege der AfD habe ich noch niemanden entdeckt, dem ich auf Basis dieser zugegebener Maßen nicht sicheren Methode, über den Weg getraut hätte. Der alten Riege, Genscher, Müntefering, Brandt, Schmidt, Wehner, Lafontaine und sogar einem Kohl habe ich über große Strecken vertraut oder wenigstens Respekt gezollt.

 

 

 

 

 

 

 

 

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