Jetzt mal ein wenig populistischer …

Eines Tages kam ich mit meinen Eltern irgendwann Ende der 70er nach einer Silvesterpartie nach Hause. Wir wohnten damals am Stadtrand von Berlin in einer Hochhaussiedlung. Damals verhießen die großen Siedlungen eine bessere Lebensqualität. Müllschlucker, kurze Wege zur Arbeit, Spielplätze im Innenhof, fußläufig erreichbare Discounter und Schulen. Ich erinnere mich noch gut, wie schockiert meine Eltern waren. Die Irren hatten mit Böllern alles zerlegt, was nur kaputt zu machen war. Die bis zu 14 Etagen hohen Häuser lagen im Dunkeln, keine Beleuchtung hatte den Exzess überlebt. Ohnehin war die Rechnung der SPD, Vermischung sozial schwacher Familien mit besser aufgestellten Familien nicht aufgegangen. Die sozial weniger integrierten gewannen in den Betonsilos schnell die Oberhand. Wer dort wohnte, lernte recht schnell, was bei der Unterbringung mehrerer 100.000 Menschen auf engen Raum passiert. Nach und nach, tritt eine Verwahrlosung ein. Meine Eltern gaben alles und wir ließen diese Episode hinter uns. Erst als junger Erwachsener kehrte ich für einige Zeit zurück. Mal zerschellte der Fernseher der Nachbarsleute im Ehestreit an meiner Schlafzimmerwand, ein anderes Mal musste ich ein paar Erlebnisorientierten unmissverständlich klar machen, dass ich ein Einheimischer und kein Opfer bin. Ich ahnte damals nicht, dass ich dort die Zukunft meiner Stadt erlebte.

Was in diesem Mikrokosmos damals passierte, greift heute wie eine Epidemie um sich. Es ist die soziale Verwahrlosung von Menschen, die auf einem Haufen leben. Letztendlich gewinnen immer die mit dem geringsten sozialen Anspruch in einer Massengesellschaft. Mit Sicherheit gibt es hierfür wissenschaftliche soziologische Erklärungen – die sind mir aber egal. Ich betrachte dieses aus meiner praktischen Erfahrung. Angriffe auf Polizisten, Rettungskräfte und andere, gab es dort damals auch. Menschen drehen unter diesen Umständen einfach durch. Aber die Stadtplaner setzten noch einen oben drauf. Nach und nach vergaben sie die Wohnungen an Aussiedler aus Russland, vietnamesische Familien, sozial schwächer gestellte Menschen, ehemalige DDR Bürger, die sich dort erst einmal einfinden sollten u.s.w.. In Berlin wird immer gern von den sogenannten «No – Go – Areas» in Neukölln gesprochen. Jeder der zum Beispiel das Gebiet Heerstraße – Nord kennenlernen durfte, hat für dieses Neukölln ein gutes Trainingslager durchlaufen. Damit will ich aber die Verhältnisse in Siedlungen, wie zum Beispiel dem Bruno – Traut – Ring nicht herunter spielen, wo Kinder auf den Gängen vor der anrückenden Polizei warnen.

Fakt ist: Großstädte sind der Anziehungspunkt für Menschen und ab einer gewissen Menge an Menschen, fängt der Topf an zu kochen. Dies lässt sich nicht verhindern, denn es sind nun einmal Menschen. Doch die Verantwortlichen in der Stadt hätten etwas erkennen können. In diesen Gebieten sind nicht nur Quartiersmanagements gefragt, sondern auch konsequent agierende Polizeikräfte. Einem hart gesottenen Bewohner solcher Siedlungen, muss niemand mit einer freundlichen Opel Corsa Streife kommen. Da ist es vollkommen egal, ob es sich um einen Deutschen, Russen, Araber oder Vietnamesen handelt. Die Stadt macht sich in diesem Augenblick lächerlich. Und auch im Schulbetrieb ist in einer Grundschule, in der der Neuköllner Cocktail (Schnaps in Babyflasche, damit Muttern beim RTL II schauen mal Ruhe hat ) nicht der verständnisvolle Junglehrer gefragt, sondern eher der erfahrene Pädagoge. Doch all diese Dinge sind nicht passiert und nun gibt es die Quittung dafür. Niemand hat sich um diese Leute ernsthaft gekümmert bzw. verstanden, was da eigentlich entsteht. Wie sollte dies auch passieren? Die politischen Verantwortlichen wuchsen in Berlin eher am Zeltinger Platz, Gatow, Kladow oder Zehlendorf auf. Damals ging das noch, doch der Moloch Berlin breitet sich aus – es wird enger. Längst haben die Harten die Schwächen des Bürgertums in Lichterfelde – West, Zehlendorf, Dahlem, Köpenick oder Reinickendorf – Nord erkannt. Beim Herrn der Ringe würde es heißen, die Orks sind auf dem Weg in Richtung Auenland. Die Berliner Polizei, hat trotz aller Steine auf dem Weg versucht, dieses zu verhindern. Es wurde ihr vom Bürgertum nicht gedankt. Die Deiche brechen nach und nach ein, das hässliche Berlin kommt zu Besuch. Jetzt fangen sie an zu zittern, die Schönen, Reichen, Akademiker und Banker. Doch sie fahren die Verteidigungsstrategie, die vorauszusehen war. Sie zaubern einen Buhmann aus dem Zylinder hervor und versuchen, mit steigenden Erfolg, den doofen Bewohner aus der 8 Etage im Hochhaus aufzustacheln. An deinem Elend sind nicht wir schuld: Die Ausländer aus der 3 Etage sind es. Auf diese Idee sind sie nicht alleine gekommen, die hat man ihnen in den 30 ziger Jahren vorgelebt.

Ich durfte diesem Kreislauf entkommen. Definitiv ist das nicht mein Verdienst, und ich bin meinen Eltern, engagierten Lehrern und Freunden für meinen eigenen Werdegang dankbar. Aus dieser Dankbarkeit heraus, sah ich mich verpflichtet, gegen diese Prozesse anzutreten. Wenn ich heute auf Twitter die ersten Beschimpfungen erhalte, denke ich mir immer: Wenn Du kleiner Kackvogel mit Deiner Kampfhundtöle wüsstest, dann würdest Du den Ball ziemlich flach halten. Was ihr Ballerköppe nicht versteht, ist die Tatsache, dass sie Euch ins Verderben führen. Wenn ihr mal eine wache Minute habt, schaut Euch an, wer da spricht. Glaubt ihr wirklich eine Trulla, die stets ihren Vorteil gesucht hat und alle Bildungsinstanzen durchlaufen hat, will Euch auf Augenhöhe sehen? Seht Euch diese Adelige an! Du kleiner Pöbler auf Twitter und eine Blaublütige, die sich in elitären Kreisen herum treibt, während Du mit Deinen Kumpels an der Imbissbude stehst, auf einer Ebene? Die ganzen Prof. und Dr. stehen am Ende für Euer fortkommen ein? Ein ehemaliger Bundeswehr Offizier, der sich mal ganz gepflegt nach oben gedient hat, als Auslandseinsätze noch keine Rolle spielten. Nein! Am Ende verarschen sie Euch alle! Denen ist es vollkommen egal, ob ihr in einer Siedlung oder Syrien herangewachsen seid. Ihr befindet Euch unter ihrem Niveau und stellt nur strategische Masse dar. Denkt ihr wirklich, es geht ihnen um Euch? Schaut Euch den Höcke an. Gestern noch auf der Straße und ein paar Tage später geht ihm einer ab, weil er in einem Verbindungssaal reden darf.

Wisst ihr was? Theoretisch kann mir dieser Schlamassel vollkommen egal sein. Meine Familie kam vom Wedding, bugsierte sich aus einer Siedlung heraus, schaue ich in den Spiegel erzählt meine Kauleiste immer noch Geschichten von damals, u. ich bekomme am Ende eine Pension. Ihr werdet beim ungebremsten Verlauf die Verlierer sein, nicht ich! Lasst Ihr Euch mal brav gegeneinander aufhetzen … da habt ihr Erfahrung mit. Der Witz ist nur: Damit haben sie Euch genau da, wo sie Euch hin haben wollten. Sie machen sich die Taschen dick und Ihr schaut blöd aus der Wäsche. Was meint ihr Ahnungslosen wohl, warum eine Weidel in der Schweiz lebt … das müsste man selbst mit RTL II Bildung  begreifen können. Die Frau hat Ahnung von Lebensqualität und nun schaut mal aus dem Fenster, was seht ihr und was sieht sie? Na … kommt es langsam?

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