Die unwissende Mitläuferin

Irgendwo da draußen in der weiten Stadt gibt es einen Imbiss, den ich ab und wann aufsuche. Vordergründig, um eine Curry – Wurst zu essen, doch ich habe auch noch andere Gründe. Die Besitzerin hat es aus der ehemaligen DDR in den «Westen» verschlagen. Ich nenne sie hier mal Petra.

Petra hat sich niemals im Leben um Politik geschert. Politik empfand sie immer als etwas Bedrohliches, das einem nur Ärger einbringt. Was sollte das bringen? Letztlich gab es dann nur Probleme mit der Staatssicherheit und wer wollte die schon haben? Für sie gab es in der DDR alles Lebensnotwendige. Sie hatte eine kleine Arbeit, machte ihren Sport, lebte zwar auch dort am Rande des Existenzminimums, aber es reichte immer irgendwie. Von den «Bösen» Sachen in der DDR hat ja der normale Bürger nichts mitbekommen. Sozialisten? Kommunisten? Die mag es in der DDR gegeben haben – aber das waren nicht die normalen Menschen. Die arbeiteten auch fleißig, auf der faulen Haut lag da keiner. Selbstverständlich gab es auch Kriminelle in der DDR, aber die kamen ins Lager und dort wurden ihnen mal gezeigt, wie das Leben zu funktionieren hat. Petra ist der Mensch, den Brecht in der Dreigroschen Oper vor Augen hatte: «Erst kommt das Fressen, dann die Moral.»

In der Gedankenwelt von Petra, hat sich bezogen auf die politischen Zustände wenig geändert. Sie verdiente damals wenig und heute krabbelt sie immer noch unten rum. Sie kann von dem Imbiss nicht leben und bekommt deshalb zusätzlich staatliche Unterstützung. Von Buchhaltung, Kalkulation, Steuermodellen und ähnlichen komplizierten Sachen hat sie nie etwas gehört. Sie kocht und brutzelt, wie sie einst in einer Kantine und ein paar einfachen Lokalen via Zusehen mal lernte und damit ist gut.

In der DDR logen und betrogen die Politiker – die da oben – und in der BRD, sieht es doch nicht anders aus. Dies entnimmt sie zumindest den Fernsehsendungen und dem Internet. Eigentlich mehr dem Internet, denn ihre tägliche Dosis «Sturm der Liebe» ist ihr wichtig. Tatsächlich ist es auch nicht das Internet, sondern mehr die abonnierten einschlägigen Seiten bei Facebook. Sie folgt dabei einer DDR – Logik. Wer etwas kritisiert und mal richtig den Mund aufmacht, muss ziemlich mutig sein, denn sonst kommt die Staatssicherheit. Selbstverständlich ist auch schon zu Petra vorgedrungen, dass es diese nicht mehr gibt, aber sie hat gelesen, dass es Leute gibt, die ihre Meinung sagten und deshalb Probleme im Beruf hatten. Meinung ist für Petra nahezu alles, insofern kann sie mit dem Begriff «Volksverhetzung» nichts anfangen. Für Petra bleibt unter dem Strich stehen: Man darf etwas nicht sagen. Fragt man sie, was sie gerne sagen würde oder was andere sagen sollten, überkommt sie der Zorn des Volkes.

Tagtäglich sieht sie bewegte Bilder von Menschen mit einer anderen Hautfarbe, vornehmlich dunkel. Die leben in Armut und zeugen trotzdem jede Menge Kinder. Messerscharf schließt sie daraus, dass die unverantwortlich sein müssen, denn wer setzt schon Kinder in die Welt, wenn man nichts zu essen hat?

Offensichtlich treiben es diese Menschen ganz gern miteinander und verlassen sich darauf, dass ihnen dann jemand hilft. Die Verknüpfung zwischen Kinderarbeit, Kindersterblichkeit und Kinder als Überlebensfaktor finden bei Ihr nicht statt – sie denkt, wie es ihr beigebracht wurde: Linear! Intellektuelle aus Afrika oder gar Obama sind für sie die berühmte Ausnahme von der Regel, an der man sieht, dass nur die wenigen Schlauen unter den «Schwarzen» sich auf zwei Kinder beschränken. Jeder kann doch sehen, wie wenig die in ihren Ländern auf die Reihe bekommen haben.

Sie selbst würde sich niemals als Rassistin oder als Rechts betrachten, zumal sie nicht genau weiß, was darunter zu verstehen ist. Ihre Weltsicht endet nach wenigen Metern. Im unmittelbaren Kontakt würde sie niemals jemanden etwas antun oder ihm die Hilfe verweigern. Wie viele andere ist sie tierlieb und würde jeden Tierquäler in den Knast in eine dunkle Zelle sperren und den Schlüssel wegwerfen.
Bei Facebook hat sie eine Pause eingelegt, weil sie die Bilder der armen gequälten Hunde nicht ertragen kann. Die Sache mit der Massentierhaltung ist unabänderlich, was will man als kleiner «Mann» denn ausrichten? Das Essen will schließlich bezahlt werden, aber dafür können die Hunde nichts. Kaum spricht sie das aus, stellt sie den beiden eigenen Hunden einen Napf mit Billigfleisch aus der Massenhaltung hin.
Eine skurrile Situation, die sich dabei ergibt. Das verhätschelte Tier frisst notgedrungen die Kuh, welche unter übelsten Umständen von Deutschland nach irgendwohin verfrachtet wurde, dort zu Dosenfutter wurde und via Containerschiff wieder zu Hause landet. Doch davon weiß Petra wenig – dies wären dann doch zu viele Gedanken jenseits der paar Meter. Und will man ihr diese wenigen Glücksmomente nehmen?

Ausländer sind für Petra schlicht Menschen, die sich am deutschen Sozialsystem bedienen wollen, alles andere sind Touristen. Schließlich kann sie auch nicht einfach irgendwo hingehen. Die Weltwirtschaft wird auf einen simplen Faktor herunter gebrochen: Der Imbiss! Ich kann nur Geld ausgeben, was ich habe oder eben vom Staat zur Unterstützung bekomme. Da ist eine Kasse, von dort aus wird das Geld ausgegeben, fertig. Investmentbanking, Bankwesen, Blasen, Neoliberalismus, Staatsanleihen oder ähnlichen Kram hat sie selten im Leben etwas gehört und wenn doch, dann die einfachen auf sie zugeschnittenen Brocken der AfD.
Vom Kapitalismus hat sie schon mal etwas gehört, immerhin war jener Thema im DDR Unterricht. Von Karl Marx mussten alle mal etwas lesen, aber mehr als das reine Lesen war nicht im Schulplan vorgesehen.

Von den Politikern hält Petra nicht viel. Die wollen wie alle anderen Menschen auch nur Geld verdienen und bekommen den Hals nicht voll genug. Es ist ihrer Auffassung nach gut, wenn denen mal gezeigt wird, wie es läuft. Erst letztens hat sie davon gelesen, dass ein Gesetz (dieses Internetgesetz gegen Meinungsfreiheit) mit einer zu geringen Anzahl von Abgeordneten beschlossen wurde, weil die mal wieder in irgendwelchen Cafés gesessen haben. Von einem Gesetzgebungsverfahren in der Bundesrepublik hat Petra noch nie etwas gehört.

Für sie ist im Zweifel Merkel schuld, denn die ist immerhin die Staatschefin. Was denn dieser Bundespräsident eigentlich für eine Aufgabe hat, ist ihr nicht bekannt. Die Bedeutung einer Gesetzesvorlage, einer Zustimmungspflicht bzw. Einspruchsrechte des Bundesrats hat ihr niemals jemand erklärt. (Während ich hier schreibe wird gerade in den Nachrichten von den Plänen bezüglich der Obergrenze und dazu passenden Gesetzen berichtet. Von den notwendigen Zustimmungen bei einem Gesetzesverfahren ist dort nicht mit einem Wort die Rede.)

Deutschland muss nach Auffassung von Petra für alle bezahlen. Die deutsche Geschichte nach 1945 ist für sie ein dunkler Fleck namens DDR. Von Nachlässen seitens der Alliierten, einem initiierten Wirtschaftswunder, nicht zurückgezahlten Zwangskrediten, wirtschaftliche Rettungsmaßnahmen seitens der Chinesen in der EURO – Krise, Handelszonen usw. weiß Petra nichts. Überhaupt muss mit diesem Fingerzeig auf die bösen Deutschen endlich mal Schluss sein. Die anderen waren auch nicht besser.

Die Amerikaner haben die Indianer ausgerottet und die Sklaven gehabt, in Russland und China wurden auch Menschen getötet. Und dann waren da auch noch die Kriegsverbrechen an den Deutschen, daran denkt keiner. Dresden wurde in Schutt und Asche gelegt, die Russen vergewaltigten Deutsche Frauen, die sollen sich mal alle an die eigene Nase fassen. Diese ganzen LINKEN machen alles Deutsche nur schlecht.

Ist meine Petra ein Nazi oder eine Rassistin? Ist sie dumm? Meiner Auffassung ist sie von alledem nichts. Sie und ihr Denken ist ein Ergebnis verschiedener Faktoren nach 1989, die sich nicht nur auf die Bürger der ehemaligen DDR beziehen.

1989 trafen 16,6 Millionen in der DDR sozialisierte Menschen (Frauen, Männer, Kinder) auf 62,6 Millionen aus der alten Bundesrepublik. Vor 1989 hatte in der alten Republik schon eine gewisse politische Verdrossenheit eingesetzt. Der Protest sammelte sich bei den Grünen/AL, doch die Mehrheit war satt. 1990 setzte eine gigantische volkswirtschaftliche Aufgabe ein. Irgendwie musste die am Boden liegende Wirtschaft der DDR durch die alte Republik auf die Beine gestellt werden. Doch kaum jemand kam auf die Idee, sich mit den kulturellen und politischen Folgen der DDR auseinanderzusetzen. Wie funktioniert dieser Staat eigentlich? Welche Verfassungsorgane existieren? Was ist mit der Geschichte der beiden Länder? Was war in den zurückliegenden Jahren wirklich passiert und was war Propaganda? Parallel dazu wurde dem Staats- und Verfassungsrecht im Schulunterricht eine viel zu geringe Bedeutung beigemessen. Wer sich mit Leuten im gesamten Deutschland auseinersetzt, deren Schulunterricht in den Jahren nach 1989 stattfand, fällt von einer Ohnmacht in die nächste.

Die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus beschränkte sich auf den Holocaust und den Antisemitismus. Welche Struktur die Gesellschaft hatte, wie die Zeit zuvor sich auf diese Katastrophe zuspitzte und warum der Holocaust ein einmaliges geschichtliches Ereignis ist, welches von seiner Intention her mit keinem anderen noch so furchtbaren Genozid zu vergleichen ist, wurde nicht vermittelt.

Der Hass und die Ablehnung aller intellektuellen Bestrebungen in Deutschland, die bereits in der Kaiserzeit ihre Wurzeln hatte, und welche gesellschaftlichen Folgen dies hatte, fanden keine Betrachtung. Schon die alte Republik hatte damit ihre Probleme, das vereinte Deutschland erst recht. Intellektuelle, Philosophen u. innovative moderne Künstler bewegten sich bereits vor 1989 in einer Art Parallelgesellschaft. Alles Quatschköppe und von Quatsch kann man kein Haus bauen, man kann ihn nicht essen und als Statussymbol in der deutschen Mittelschicht auch eher ungeeignet. In Deutschland muss man auf einem Bild etwas erkennen können. Theater muss unterhalten und Musik muss gefällig sein, in der Literatur haben die Lebenshelfer, die seichte Unterhaltung und das Buch zum Einschlafen die Nase vorn.

Die als Lügenpresse und Staatskartellsender diffamierten öffentlich – rechtlichen Medien haben immer mehr einen schweren Stand gegenüber den kommerziellen Sendern und der Boulevard Presse. Was sollen sie machen? Öffnen sie sich dem Volkswillen und strahlen platte Soaps aus, maulen die Interessierten, lassen sie es, meldet sich der Pöbel zu Wort. Selbst der Tagesschau wird mittlerweile die Blutkaraffe abgefordert. Meine Generation, die sich noch an eine Fernsehfreie Zeit bis zum Nachmittag und einem Telekolleg als Beginn des Programms erinnern kann, fasst sich dabei an den Kopf. Machen wir uns nichts vor: Bildung, Wissen, intellektuell ist in Deutschland, wenn es sich nicht gerade um Ingenieure, Architekten und Geldvermehrungswissen handelt eher unschicklich.

Petra als Mensch kann nichts dafür. Versagt haben die Menschen, die es besser wissen müssten. Dieses Land wurde schon vor 1989 in eine Richtung gebracht, die dann ab diesem Stichtag konsequent weiter verfolgt wurde. Vom bräsigen braven Bonn aus, wurde die willfährige funktionierende Gesellschaft konstruiert. Die kritische aufbegehrende Minderheit wurde als links, Spinner, Chaoten und Kommunisten diffamiert. Nahezu alles wurde dem Wachstum untergeordnet. Selbstredend gab es auch immer diese Minderheit, doch die Mehrheit spiegelte sich vor 1989 in den politischen Verhältnissen unter Helmuth Kohl. Nicht die Kosmopoliten aus den Großstädten entschieden über die Geschicke, sondern das spießige Ländle prägte Deutschland.

Die Nachkriegsgeneration, welche notgedrungen gezwungen war aus dem Nichts wieder aufzustehen, prägte einen bezeichnenden Satz: «Lern erst einmal etwas Ordentliches mit dem Du Deinen Lebensunterhalt und die Familie ernähren kannst, dann kannst Du immer noch spielen.»

Doch spätestens ab Mitte der Siebzigerjahre, ging es trotz Ölkrise nicht mehr um Aufbau, sondern um eine Umgestaltung der Gesellschaft und dem Bruch mit den alten Deutschen Traditionen, um einen modernen Staat auch gesellschaftlich auf die kommenden Zeiten vorzubereiten. Visionäre konnten erahnen, dass sich da am Horizont einiges ankündigte. Auf dem Rücken anderer Staaten zu leben, sich darauf zu verlassen, dass die US Amerikaner rechtzeitig alle Konkurrenten destabilisieren, und sich alles immer regional auf die Krisenregion beschränken lässt, konnte auf Dauer nicht gut gehen.

Spätestens nach dem Zusammenbruch des Ostblocks wäre die Frage zu stellen gewesen: «OK, wir haben sie kaputt bekommen, aber was machen wir jetzt mit denen?»

Von all diesen Überlegungen kann eine Petra nichts wissen. Über einen zu langen Zeitraum hat ein Gesellschaftsvertrag nicht funktioniert bzw. wurde nicht eingelöst. Um es mal mit etwas antiquierten Begriffen auszudrücken: Früher akzeptierte der Arbeiter, dass es Menschen gibt, die über einen gewissen Zeitraum – dem Studium – nichts Finanzielles beitragen, aber letztlich das geistige Kapital der Gesellschaft bilden. Ein Kapital, welches für gesellschaftliche Innovationen investiert werden kann. Bei allem Knurren, Murren und Konfrontationen, gab es immer auch eine rudimentäre gegenseitige Akzeptanz. Wenn auch im Ausland mehr, als in Deutschland. Hierzu sei auf das Jahr 1968 in Frankreich verwiesen, als dort 10 Millionen Arbeiter streikten und zusammen mit den Studenten dem konservativen General de Gaulle die Stirn boten.

2017 haben die Intellektuellen innovativen Kräfte nicht mehr viel an Gegenwehr zu bieten. Die als linke Szene bezeichneten Gesellschaftsanteile verirren sich immer wieder in selbstverliebte Diskussionen und Aktionen, ohne sich eines Rückhalts bei denen zu versichern, für die sie angeblich stehen, nämlich dem Arbeiter. Die SPD hat sich schon vor langer Zeit dem etablierten Bürgertum zu gewandt. Fairerweise muss man anmerken, dass dieses auch die Verschleißerscheinungen für den Kampf in der Kohl – und Merkel – Ära sind. Die LINKEN kämpfen immer noch damit, dass sie immer noch als SED Nachfolger betrachtet werden und damit in weiten Teilen «verkackt» haben. Die GRÜNEN sind längst Konservative mit Umweltideen und ansonsten Zöglinge eines piefigen Moral – Bürgertum geworden. Manchmal kommen sie mir vor, wie die Naturbewegung der Zwanzigerjahre.

Ein ideales Milieu für die Ultras der CDU, das rechte Klientel, welches ehemals Franz – Joseph Strauss an die Partei band, um sie unter Kontrolle zu haben. Das rechte Spektrum hat die Zeichen der Zeit erkannt. Mit teilweise erschreckend simpler Propaganda füllt sie die entstandene politische Leere in den Köpfen. Leider muss man zugeben, dass sie die Spielregeln und Möglichkeiten der Moderne gut beherrschen. Petra ist stellvertretend für viele Millionen Opfer dieser Propaganda. Das bisher nicht vorhandene Wissen wird mit einer Verschwörung der etablierten Parteien erklärt, und die selbsternannten Aufklärer dieser Verschwörung vermitteln nun das vermeintliche richtige Wissen. Leider ist das in der deutschen Geschichte schon einmal vorgekommen, doch die damaligen «Aufklärer» verfügten nicht über das mächtige Propaganda Instrument Digitalisierung. Die mussten noch mühsam den «Völkischen Beobachter» an den Mann/Frau bringen.

Jetzt rächen sich die Fehler der Vergangenheit. Wer nicht vorbereitet ist, lässt sich schnell verunsichern und bekommt es mit der Angst zu tun. Wie gut, wenn es dann jemanden gibt, der beruhigend auf einen einspricht und Abhilfe verspricht. Das die Menschen nicht erkennen, dass der «Heilsbringer» die Verunsicherung selbst forciert hat, wusste schon jeder mittelalterliche Quacksalber, der seine Leute in die Stadt vorausschickte.

Petra und ich sind beinahe in einem Alter. Sie steht für viele, die nicht die Chance bekamen ihr Unwissen selbst zu beseitigen, die niemand dazu anleitete und für die sich auch interessierte. Ich stehe für eine Generation in der alten Bundesrepublik, die sich jahrzehntelang auf eine Vorgängergeneration verliessen oder den Weg in die Politik den Geldanbetern überliessen. Selbstkritisch muss man sagen: Wir waren satt, dekadent und sahen keine echte Notwendigkeit für einen effektiven politischen Kampf. Doch genau darauf warten die Radikalen. Meine Generation bekommt gerade eine praktische Vorführung von dem, was wir zuvor nur aus den Geschichtsbüchern kannten und mit welchen Problemen die Mahner aus der Weimarer Republik zu kämpfen hatten.

Wie soll man auf die Propaganda und dem, was daraus in Petras Kopf entstanden ist, reagieren? Versucht man Zusammenhänge zu erläutern, prallt dieses an den vorhandenen Verfälschungen ab. Einfachste Dinge, wie Logik Grundsätze oder elementares Wissen über Propaganda sind nicht vorhanden. Die negativen Reaktionen auf fremde genetische Marker ist dem Menschen angeboren und lässt sich nur mittels Verstandesleistung abbauen. Doch dieser Verstand wurde mit der massiven Bedienung niederer Instinkte seitens der Politik ausgeschaltet. Die kommerziellen Medien sind mit ihren Moritaten über Blut und Verbrechen ebenfalls nicht hilfreich.

Wie soll man einer in Deutschland niemals geheilten gesellschaftlichen Persönlichkeitsstörung namens Opferrolle entgegentreten? Erst hatten wir keine Kolonien, dann wurden wir ungerecht nach dem I. Weltkrieg behandelt, nach dem II. Weltkrieg musste doch endlich mal Schluss sein mit den Vorwürfen, u. heute bezahlen wir den Löwenanteil für die Krisen – jedenfalls aus Sicht der Brandstifter. Das Einnehmen einer konstruierten Opferrolle, und die Kompensation mit überzogenen Nationalismus und dem postulieren einer angeblich existierenden homogenen Volksgemeinschaft ist allgemein als Faschismus bekannt geworden. Wer sich in der Schule fragte, wie das funktionieren konnte, muss heute nur aufmerksam zusehen. Diese Opferrolle und die Behauptung, lediglich auf Angriffe geeignet zu reagieren, zieht sich quer durch die deutsche Mentalität und wird von der AfD zur Hauptsäule ihrer Propaganda gemacht.

Genau an dieser Stelle greifen sie meine Imbiss – Besitzerin und viele andere Menschen ab. Dieses Problem wurde niemals in beiden deutschen Staaten angegangen. Immer traten die Bürger alles an Entscheidungen ab und vertrauten darauf, von oben her betreut zu werden. Geschah dieses nicht, konnten sie selbst nicht schuld daran sein, sondern sie waren Opfer des «Oben». Das «Oben» schob die Schuld ebenfalls stets von sich. Immer frei nach dem Motto: Ich bin nicht schlecht in der Schule, sondern der Lehrer ist unfähig! Die AfD ist sogar so perfide, dass sie tatsächliche Opferrolle der Juden für sich benutzt. Die politischen Affronts gegen sie, werden mit den Pogromen der Nazis verglichen. Und wenn dies nicht zieht, muss die Staatssicherheit der DDR herhalten. Das kennt der ehemalige DDR Bürger!

Fazit:


Menschen wie Petra können nichts dafür und sind nicht Nazis oder Rassisten im eigentlichen Sinne. Sie stellen die alten Mitläufer, welche am Ende wie ein kleines Kind vor den Trümmern stehen: «Das habe ich nicht gewollt!» Wie ich es letztens in einem anderen Beitrag schrieb, es macht keinen Sinn sich nur das Detail anzusehen, und das Ganze aus dem Auge zu verlieren. Wir alle stehen miteinander in Verbindung. Jeder der die AfD als Nazis oder Rechte bezeichnet, muss sich darüber im Klaren sein, dass wir alle gemeinsam u.a. durch Versäumnisse an ihrer Existenz beteiligt sind. Immer ist auch kleiner Nazi in uns selbst. Niemand sollte den Fehler machen, alle zusammen in eine Schublade zu stecken. Denn das wäre die Umkehr des Verhaltens und macht einen selbst zum Menschenfeind. Die Missachtung des Menschlichen beim anderen Menschen, macht die Funktionäre der AfD aus und wer will sich schon auf dieses Niveau begegeben.

Der AfD Vorsitzende von Rheinland – Pfalz (gelernter alt Bundesrepublikaner, Oberstleutnant des Heeres a.D. und enttäuschtes ehemaliges CDU Mitglied) Uwe Junge brachte es recht verräterisch in einem Tweet zum Thema Innenausschuss 31.1.2018 zum Ausdruck:

Viel Glück und mein Tip: Knüppelhart in der Sache und moderat im Ton, das macht die anderen verrückt!

Ohne sonderlich spitzfindig zu sein, erkennt man das geflügelte Wort aus dem 1 x 1 der Verhandlungen: Hart an der Sache, aber weich zum Menschen. Den Menschen blendet er bewusst aus Er schlägt hingegen etwas für AfD – Funktionäre Ungewöhnliches vor: Moderater Ton, der unter erwachsenen Menschen normal sein sollte.

Letztens schrieb einer, dass eine Wiederholung des Dritten Reiches nicht anzunehmen ist und niemand wieder einen Holocaust inszenieren wird. Dem kann ich nur anteilig zustimmen. Ich glaube auch nicht daran, dass ein Weltkrieg ausbrechen wird, in dem sich die europäischen Staaten gegenseitig bekämpfen. Aber was ist mit einem gemeinsamen Krieg gegen andere Staaten? Was ist mit den weltweiten Stellvertreterkriegen unter europäischer Beteiligung?

Was ist mit der Propaganda gegen den Islam? Es begann recht harmlos und leise, im nächsten Schritt erfolgte die Dämonisierung, zur Zeit arbeiten sie daran, den Religionsstatus herabzusetzen, damit freie Bahn für weitere Maßnahmen entsteht. Der Islam wird zur politischen Expansion stilisiert, gegen die man sich mit aller Macht wehren muss. Jeden Tag wird mit der Sprache die Empathie ein Stück weiter herabgesetzt, Menschen wird die Individualität genommen und mit Bildern werden Stereotype in die Köpfe gepflanzt.

Mit welchem Ziel? Sollen doch diese minderwertigen an Allah glaubenden kulturfremden Menschen in ihren Sammellagern irgendwo im Wald verrotten. Den Rest werden wir mit Waffengewalt am Herkommen hindern, zur Not müssen wir halt direkt einmarschieren, um ihnen mal zu zeigen, wie man einen Staat aufbaut. Wem das nicht passt, kann das Land jederzeit verlassen. Diese linksversifften Kritiker werden wir zur Rechenschaft ziehen. Wie genau soll das aussehen?
Es wäre nicht das erste Mal, wenn in Deutschland Leute in psychiatrischen Kliniken verschwinden, oder nach Beschluss von passenden Gesetzen im Gefängnis landen, zur Not bliebe immer noch die Ausweisung. Was soll mit den Leuten passieren, die sich nicht in die geforderte Einheitskultur und die homogene deutsche Volksgemeinschaft einpassen? Wer bei kleineren Veranstaltungen der AfD genau zuhört, bekommt schnell eine Ahnung.
Während diese dunklen Wolken am Horizont aufziehen, wettern in den Imbissen, Kneipen und Gasthäusern Petra und ihre Gäste unbedarft vor sich hin. Sie teilen in den Social Media die Propaganda der Rechten was das Zeug hält, die «LINKEN» diskutieren über die korrekte Bezeichnung von «Negerküssen», «Mohren – Apotheke» und «Zigeunerschnitzel» und die Frauenrechtlerinnen versuchen sich am kulturellen Bild der Frau, während sich im Fernsehen junge Frauen unter der Anleitung einer Heidi Klum medial für alte Männer prostituieren. Der Rest der Meute beteiligt sich am Untergang der letzten rettenden Gehirnzellen mittels Dschungelcamp und verblödeten Promi – Kult.

Ich kann der Petra nicht böse sein, im Ganzen ist irgendwie der Wurm drin.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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