Schachspiel der Macht: Gambit!

Die Angelegenheit nimmt kein Ende und Besserungen treten auch nicht ein. Eine Sache leuchtete mir bei der Polizei noch nie ein. Wenn ein Geiselnehmer seine Geiseln tötet, ist er der Täter! Alle anderen versuchen ihn von seinem Handeln abzubringen. Funktioniert es, bleibt die Schuld beim Täter, tritt das Gegenteil ein, geht sie auf die Polizei über. Wird der Täter mittels eines finalen Rettungsschusses gestoppt, sieht es auch nicht gut aus. Dann ist der Schütze in der Öffentlichkeit am Tod des Täters schuldig. Die Diskussion über eine Verantwortlichkeit muss nicht geführt werden. Vom Täter wurde ein unbeteiligter Mensch in eine lebensbedrohliche Lage gebracht, damit muss er sich zwingend klar sein, sich selbst in Lebensgefahr begeben zu haben. Zumindest, wenn man der Ethik des Utilitarismus folgt.
Im Fall „Amri“ hat ein junger Mann eine Straftat begangen. Ob er schuldhaft im Sinne unserer Gesetzgebung handelte, weiß keiner und wird auch nicht mehr festzustellen sein. Niemand kann z.B. einen psychotischen Schub ausschließen, der ihn zwar tatbestandsmäßig und rechtswidrig handeln ließe, jedoch die Schuld abwendete. Den Vorsatz, mit der Tat Terror auf die Bevölkerung auszuüben, schließen wir aus seinem religiösen Fanatismus . Mit Sicherheit können wir nicht einmal dieses wissen. Soweit die Fakten ohne Hinzuziehung emotionaler Aspekte .

Jegliches schädliche Verhalten eines Menschen im Ansatz zu ersticken bleibt einer Institution vorbehalten, an die geglaubt werden kann. Gott! Damit würde ich mich aber auf das Niveau des Täters begegeben. Fest steht: Die Polizei ist nicht Gott. Eine andere Option geht in die Richtung der Fiktion. Minority Report, die Matrix, Terminator usw. können ausgeschlossen werden. Jenseits des totalen Überwachungsstaats, selbst der hat noch Lücken, läuft es für die Polizei auf ein Glücksspiel hinaus. Solange niemand vorsätzlich weg sieht und den Täter quasi als Marionette für sein eigenes perfides Spiel benutzt, kann niemand außer ihm selbst schuldig sein. Möglich wäre noch die Bestechung der Sachbearbeiter durch die der in Berlin anwesenden Salafisten. Beides erscheint mir vollkommen abwegig.

Wenn sich die Polizei bei den Angehörigen für den Anschlag entschuldigt, gesteht sie nach dieser Betrachtung indirekt eine der o.g. Umstände ein. Einer der Serienhelden in NCIS, Gibbs, benutzt stets die Redewendung: Entschuldigungen sind imer ein Zeichen von Schwäche. Was bedeutet denn dieses: „Entschuldigung?“ Habe ich Schuld auf mich geladen, in dem ich vorsätzlich und wissentlich handelte, will ich im Nachgang für meine bewusste Handlung eine Absolution.Es wäre besser gewesen, sie gar nicht erst zu tun. Tat ich es dennoch, erschien mir er Schaden auf der anderen Seite entweder vertretbar oder es war mich schlicht egal. Wer sollte sich darauf einlassen? Der Schaden ist eingetreten und die/der Täter/in hatte offensichtlich seine/ihre egoistischen Gründe dafür. Ein solches Handeln sühne ich, für meine eigene Genugtuung. Ich kann den Täter/in bestrafen, um anderen zu zeigen, dass ich wehrhaft bin und kein weiterer auf die Idee kommen sollte, etwas ähnliches mit mir anzustellen. Oder ich gönne dem anderen einfach seine Handlung.

Alles ohne Vorsatz, hat nichts mit Schuld zu tun. Es sind die unzähligen Dinge des Lebens, mit denen wir leben müssen. Fehlbarkeit, Unachtsamkeit, das Universum, die Verkettung von Ereignissen usw.. Mich persönlich würde eine Welt ohne diese Unvorhersehbarkeiten nervös machen. Irgendetwas stimmt dann nämlich nicht. Selbst Verbrechen sind ein Zeichen dafür, dass noch niemand die totale Überwachung hinbekomen hat.

Doch geht es darum überhaupt ? Die Presse, das Volk, die Politik, sie brauchen für alles einen Schuldigen. Entweder ist es die Nummer mit der Ente, die nicht schwimmen kann, weil das Wasser schuld ist oder es muss eine kausale Lücke gefüllt werden. Letztere bedeuten Kontrollverlust! Dem Leben ausgeliefert zu sein, hat dem nackten Affen in 200.000 Jahren Entwicklungsgeschichte noch nie gefallen. Dieser Antrieb wird uns meiner Meinung nach irgendwann vernichten. Die Unfähigkeit Dinge hinzunehmen, die wir weder kontrollieren noch ändern können, treibt uns in die merkwürdigsten Ecken. Ob es nun der Sicherheitswahn, die Forderung nach mehr Überwachung oder als letzte Verzweiflungstat die Religionen sind, am Ende läuft es auf nichts Gutes hinaus.

Terrorismus hat das Ziel, mittels Gewalt langfristig anderen den eigenen Stempel aufzudrücken. Presse und Politik arbeiten fleissig daran, das die Bevölkerung das Vertrauen in die bisherige Polizeiarbeit verliert. Die Kontrollfanatiker müssten theoretisch jeden Tag heimlich den Salafisten eine Kerze anzünden. Schritt für Schritt geben die nackten Affen ihre Freiheiten auf. Interessanterweise werden die Gläubigen diesmal nicht von den Kirchenfürsten der christlichen Religionen aufgehetzt, sondern die Politiker übernehmen den Job . Es geht soweit, dass die AfD von der Kirche mehr Dogmatismus einfordert. Genau da wollen die Terroristen hin. Der Zusammenprall von Religionen und Dogmatikern soll in einen finalen Kampf übergehen, den sie gewinnen wollen. Die anderen greifen den Fehdehandschuh auf. „Das wollen wir doch mal sehen, wer am Ende gewinnt! Christen oder Muslime!“

Alleine die Verwendung der Moralbegriffe „Gut und Böse“, „Schuld und Unschuldig“ weisen mich auf den Ursprung hin. Die jüngste zurückliegende Diskussion hat es deutlich gezeigt. Ein Deutscher, der mit einem Fahrzeug Menschen tötet, ist ein psychisch gestörter Attentäter. Hingegen ist ein Salafist also das Mitglied einer radikalen Sekte, ein vernunftbegabter böser Terrorist. Einige Psychologen sind da vollkommen anderer Meinung. Sie unterstellen beiden, dass sie ein Ding an der Waffel haben. Sorge bereiten mir die, welche die Auffassung vertreten, dass Integration und Bildung Anschläge verhindern. Ich sehe vor mir einen ausgebildeten Chemiker mit Universitätsabschluss, der sich wegen der weltweit bestehenden Situation radikalisiert. Gute Nacht, Marie! Dann doch lieber einen untalentierten Amateur aus der islamistischen Kreisliga, wie es Amri war. Ich will mir nicht ausmalen, welche Folgen eine Ausbildung bei ihm gehabt hätte. Dann wären nämlich diverse Polizisten nach einem riesigen Knall durch die Luft geflogen. Das der erste Anschlag eine Vorbereitung sein kann, kommt scheinbar wenigen in den Sinn.

Leuten, die Sachbearbeiter und führende Beamte für einen Anschlag, den sie selbst weder begangen haben, noch ihn ansatzweise wollten, anschuldigen, oder sie für die Toten anklagt, hat meiner Meinung nach ebenfalls einen Schuss. Es sei denn, er oder sie benutzt den Täter und die Toten für seine Strategie. Dazu fällt mir nur Machiavelli ein. Den Verantwortlichen im Senat unterstelle ich einen Machtkampf in seinem Sinne. Die Presse läßt sich bereitwillig aus kommerziellen Gründen vor den Karren spannen. Angehörige der Opfer, Sachbearbeiter und ihre Familien, sind mal wieder die Bauernopfer im Schachspiel der politischen Macht.
Gambit! Zur Eröffnung des Spiels opfere ich einen Bauern für den späteren Sieg.

Warum spielen sie dieses Spiel? Weil sie es können und wir es zulassen … besser noch: Die nackten Affen freuen sich über die Unterhaltung.

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