Dienstschluss …

Morgen ist der Stichtag für mein Ausscheiden aus dem aktiven Polizeidienst. Nach 31 Jahren komme ich nicht daran vorbei, mich deshalb rückblickend mit dieser Zeit auseinanderzusetzen.

Als ich die Ausbildung begann, erahnte noch niemand, dass die letzten Tage der DDR anbrachen und aus zwei Staaten, wieder ein Deutschland werden würde. Beim Fall der Mauer, hatten die meisten „Westler“ die Vorstellung, dass die armen Ossis vor Begeisterung in die Hände klatschen und selbstverständlich die Lebensart des Westens übernehmen. Jeder hätte sich bei einer realistischen Einschätzung der Situation denken können, dass das nicht geschehen würde. Zwei Gesellschaftssysteme und die dazugehörigen Polizisten trafen aufeinander. Die legendären Zeiten West – Berlins mit all ihren Spezialitäten waren schlagartig beendet. Mit Verachtung nannten wir den „Osten“ Polizeilegoland. Ich denke, beide Seiten dachten sich: Die sind anders als wir!

Es war damals in der Sachbearbeitung eine weitverbreitete Sitte, entgegengesetzt zu den Bestimmungen die Dienstwaffe in der Schreibtischschublade aufzubewahren. Ich teilte mir das Zimmer mit zwei ehemaligen Angehörigen der Volkspolizei. Eines Tages kam ich aus der Kantine zurück und musste beim Chef antreten. Zu meiner Verwunderung lag mein Holster zusammen mit meiner Waffe auf dem Tisch. Meine neuen Zimmergenossen hatten sie ihm gegeben, weil sie einen Zeugen im Raum vernehmen wollten. Angeblich hatten sie Sorge, dass der sich meiner Waffe hätte bemächtigen können. Selbst, wenn sie diese tatsächlich gehegt hätte, wäre immer noch die Verwahrung im eigenen Schreibtisch in Frage gekommen. Sie dem Vorgesetzten auf den Tisch zu legen, war dann doch etwas merkwürdig. Dieses Erlebnis gehörte zu den ersten, der vielen folgenden negativen Erfahrungen.

In der ersten Zeit passierten komische Sachen. In der Übergangsphase wurden diverse Personalakten frisiert, Dienstgrade geändert oder ehemals die Karriere fördernde, später eher hinderliche, Tätigkeiten aus den Akten entfernt. In den seltensten Fällen verpfiffen sich die Neuen, denn die meisten hatten sich gegenseitig in der Hand. Der besorgte Kollege, hatte zum Beispiel zeitweilig die Aufgabe inoffizielle Mitarbeiter aus der Jugendszene zu betreuen, die an ihn Informationen aus den Jugendclubs zukommen ließen. Selbstverständlich verwertete er ausschließlich strafrechtlich relevante Informationen. Ich glaubte kein Wort davon.

Genauso wenig traute ich einem Major über den Weg, der standhaft behauptete ein Opfer der Staatssicherheit gewesen zu sein. Tatsächlich hatte er einem Offizier der Staatssicherheit Hörner aufgesetzt, woraufhin der ihn beobachten ließ. Mit dem Gedanken, dass ein niederer Dienstrang lediglich normale Polizeiaufgaben übernahm, konnte ich mich anfreunden. Ein Major hatte klare politische Vorgaben zu befolgen. Einer dieser ehemaligen Dienststellenleiter der Volkspolizei war in einem Gespräch ehrlich zu mir. „Eins ist klar, wenn die Mauer in die andere Richtung umgefallen wäre, hättest Du keine Freude mehr am Leben gehabt.“ Wie nach dem Krieg wurden aus der Notlage heraus, nicht ausreichend Leute für das gesamte Gebiet zu haben, an ehemalige Hardliner Zugeständnisse gemacht.

Sicherlich nicht alleine durch Sie, aber zumindest anteilig, änderte sich das Betriebsklima. Ab und wann waren es aber auch die in der DDR sozialisierten, die die Missstände benannten. Anläßlich des anstehenden Besuchs des Polizeipräsidenten auf der Dienststelle brach in der Führungsetage Panik aus. Eilig wurden alle dazu aufgefordert, die wegen der viel zu engen Räume auf den Flur verbannten Sachen wegzubringen.

Dies kommentierte eine Kollegin aus der ehemaligen DDR mit den Worten: „Ist wie früher, wenn Honecker kam, mussten wir auch immer die Straßen fegen.“

Bereits bei Beginn gingen mir das Duckmäusertum und das Gebaren einiger Leiter auf die Nerven. Doch mit Zeit wurde es bei der Berliner Polizei immer schlimmer. Ein weiterer Grund hierfür war mit Sicherheit die Einführung der Mobiltelefone und der vermehrte Einsatz von Rechnern. Früher war ein Vorgesetzter darauf angewiesen einen sogenannten Rahmenauftrag an die Mitarbeiter zu formulieren, in dem der Beamte frei handeln konnte. Die Mobiltelefone haben zwei Effekte. Der Vorgesetzte kann sich ständig per Anruf einmischen und die Vorgaben enger ziehen. Normalerweise ist es eine Unsitte, wenn Führungskräfte dauerhaft informiert werden wollen und damit ein gewisses Misstrauen in die Fähigkeiten des Mitarbeiters signalisieren. Andererseits fördert es die Entscheidungsschwäche, wenn ich bei jeder Gelegenheit die Absolution für mein Handeln mittels Anruf einholen kann.

Gespräche sind vielen Vorgesetzten lästig und viel zu zeitraubend. Da ist es naheliegend, die Anweisungen und notwendigen Informationen per Email mitzuteilen. Umgangen wird damit auch die Flüchtigkeit eines Gesprächs. Zu jeder Zeit kann nachgewiesen werden, welche Anweisungen gegeben wurden, zumal sie eine kommunikative Einbahnstraße sind. Zu einer Diskussion, in der der Weg zum Ziel gemeinsam erarbeitet werden könnte, kommt es dabei nicht. Außerdem ist der Sendebutton schnell gedrückt, bei einem Gespräch käme unter Umständen zu einem gemeinsamen Gedankenaustausch, wenn denn dieser wirklich gewünscht wäre. Meinem Eindruck nach, ist das häufig nicht der Fall.

Ein andere Folge der elektronischen Datenverarbeitung ist symptomatisch bezüglich des Denkens innerhalb der Hierarchie und das eigene Verständnis. Zu Zeiten der Schreibmaschinen war eine gänzliche Normierung des Schriftwesens nahezu unmöglich gewesen. Sie ist meiner Auffassung nach ziemlich unnötig. In den Jahrzehnten vor der Einführung von Textverarbeitungen wäre das nämlich mal aufgefallen. Außerdem geben Staatsanwälte einen feuchten Kehricht auf die Normierung einer Ermittlungsakte. Dort sammeln sich handschriftliche Notizen, Anweisungen, externe Schreiben u.s.w.., ein normierter Bericht oder gar ganze Sammlung ergibt diesbezüglich keinerlei Sinn. Doch wer das vorträgt, wird angeschaut wie ein Außerirdischer. Das Gegenteil würde bedeuten, dass der Beamte einen kreativen Spielraum besäße – wo kämen wir da hin? Deutsche Beamte sind keine Hippies!

Praktischerweise können Texte dank einer Textverarbeitung mehrfach zur Genugtuung eines pedantischen Vorgesetzten geändert werden. Zuvor hielt man sich dabei eher zurück, denn vier Seiten auf der Maschine komplett nochmal zu schreiben, fanden dann doch einige übertrieben.

Ich habe in den letzten Jahren empfunden, dass die Mitarbeiter immer mehr entmündigt wurden und ein großer Teil dieses mit sich machen ließen.

Daran sind nicht ausschließlich die benannten Faktoren schuld. Oftmals sind auch die schlechten Erfahrungen von Einzelnen ursächlich, und später dann Folgen auf ganze Dienststellen hatten. Das Paradebeispiel war der Skandal um die ErGr Rumba, bei der ein bestens bekannter Rumäne sich mit einer erkennbar erlogenen Geschichte frei kaufen wollte. Er belastete bei einer fremden Dienststelle die für ihn zuständige Fachdienststelle. Woraufhin völlig unschuldige Beamte erst observiert, dann festgenommen und später zeitweilig eingesperrt wurden.

Die Botschaft lautete: „Dich muss nur einer aus der Organisierten Kriminalität anzeigen und schon bist Du fällig!“ Das zeigte im Verlauf der nachfolgenden Jahre seine Wirkung.

Auch die Situation, die sich aus den Geschehnissen um die Person Anis Amri ergeben hat, wird Folgen haben. Es beginnt mit einem Wort: Manipulation. Wer manipuliert, will dem allgemeinen Verständnis nach eines von drei Zielen erreichen. Entweder er will sich selbst schützen, weil er selbst an einer Straftat beteiligt ist, die Handlung dient dem Gewähren eines Vorteils für einen Täter oder eine Tat soll ermöglicht werden. Welches dieser Ziele soll ein Sachbearbeiter beim polizeilichen Staatsschutz verfolgen? Die Vertuschung irgendwelcher staatlicher Fehler liegt auch nicht im entferntesten in seinem Interesse. An eine Verschwörung, die irgendwelche abstrusen Folgen herbeiführen soll, kann auch nur ein Schwachsinniger glauben. Was bleibt übrig? Der Verstoß gegen dienstliche Anweisungen, die unmöglich bei der Personalstruktur und der Arbeitsbelastung eingehalten werden konnten. Meiner persönlichen Prognose nach, läuft dies auf die eine einmalige Zahlung einer Disziplinarstrafe heraus. Strafrechtlich bleibt da nichts übrig. Doch wie sehen die Folgen aus? Die betroffenen Kollegen sind innerlich zerstört und werden Mühe haben, weiterhin im Dienst zu bleiben. Alle anderen werden sich ihr weiteres Vorgehen bei Ermittlungen gut überlegen. Jahrzehntelang wurden mühsam Konzepte zur sinnvollen Bekämpfung von Terrorismus und Organisierter Kriminalität erarbeitet. Ein zentraler Punkt ist die Rückstellung der Verfolgung von kleineren Straftaten oder Straftaten, die zur Vorbereitung der eigentlichen Tat dienen. Zum Beispiel gehört dazu das Entwenden eines Fluchtfahrzeugs oder das Fahren ohne Führerschein. Hierbei ist immer ein gewisses Restrisiko vorhanden, welches aber notwendigerweise eingegangen werden muss, da man sonst immer auf der unteren Ebene hängen bleiben wird. Die Gesellschaft muss sich entscheiden, ob sie für das Ziel, die großen Fische zu fangen, dieses tragen will.

Islamisten betrachten die vorhandene gottlose Gesellschaft als ihren Feind, den sie in jeder nur möglichen Art bekämpfen wollen. Aus ihrer Sicht heraus, sind Straftaten in jeder Form zulässig, da sie die Ungläubigen damit schädigen. Nehme ich sie bei diesen Taten immer fest, zerstöre ich nicht nur die Ermittlungen, sondern ich teile der Terrorzelle auch mit, dass man sie im Auge hat. Doch die öffentliche Diskussion, und der Umgang mit dem Sachverhalt hat gezeigt, dass das niemanden wirklich interessiert. In Folge dessen, werden sich viele sagen: „Ich bin doch nicht so blöd und riskiere meinen Hintern, damit ich so ende wie die Staatsschützer!“

Die ständigen Unterstellungen aus Teilen der Bevölkerung, und zu ihnen gehören wahrlich nicht ausschließlich Linksradikale, können mürbe machen.

Vor zwei Tagen hatte ich dazu eine passende Debatte auf Twitter. Den Tweet eines Journalisten der BZ, in dem er auf die Gefahr durch Taschendiebe hinwies, kommentierte ich mit dem Hinweis auf die hoch professionell vorgehenden polnischen Taschendiebe. Zur Erklärung eine kurze Beschreibung. In Polen gibt es Banden, die sich auf diese Taten europaweit spezialisiert haben. Aus einem speziellen Gebiet kommend, fliegen sie meistens zu viert in eine Großstadt, „arbeiten“ dort vier – fünf Tage und verschwinden wieder. Bereits am Rollband beginnen sie Opfer auszuspähen und legen los. Ich hatte vor ein paar Jahren das zweifelhafte Vergnügen, solche Banden ab dem Züricher Flughafen quer durch die komplette Schweiz zu observieren. Bei solchen Geschichten treffen Spezialisten der Polizei und der Kriminalität aufeinander. Ein guter Fahnder erkennt einige Sorten von Straftätern an ihrem Verhalten, worauf sie mit ihren Blicken achten, welche Kleidung sie tragen, wo sie sich aufhalten und einiges mehr. Hautfarben und Nationalitäten sind dabei sekundär von Interesse. Unter Umständen kann jedoch die Anwesenheit von drei Personen aus einer für ihre Spezialität bekannte Region, zusammen mit weiteren Umständen einen Verdacht rechtfertigen. Wenn die sich in den frühen Morgenstunden in einer Villengegend dreimal ein hochwertiges Fahrzeug ansehen, sollte der Fahnder stutzig werden.

Prompt meldete sich ein der üblichen selbst ernannten Retter der Demokratie und wies mich darauf hin, dass ich doch lieber von Ausländern sprechen solle, da die Benennung einer Nationalität zum einen Rassismus wäre und im Weiteren dazu führen könne, dass Polen unter einen Generalverdacht gestellt werden würden.

Der deutsche Durchschnittsbürger hat ein vollkommen anderes Problem, er schert alle Ausländer über einen Kamm und stellt harmlose Flüchtlinge unter Generalverdacht, die selbst Opfer werden. Hingegen beschuldigt niemand, ernsthaft alle Italiener der Mafia zugehörig zu sein, obwohl stets konkret über die Mafia und andere Gruppierungen berichtet wird.

Es ist nicht so, dass mich ein Spinner bei Twitter aus der Bahn wirft, aber er blieb nicht alleine. Selbst das trifft mich nicht, doch ich weiß, dass diese Vorwürfe im Zusammenhang mit Kontrollen immer wieder kommen. Oftmals auch von etablierten Politikern. Wer will da einem Fahnder verübeln, wenn er eines Tages sagt: „Macht doch Euren Scheiß alleine!“ Jeder Polizist weiß, dass es in dieser Richtung viele Themen gibt. Desto tiefer der Spalt in der Gesellschaft wird, umso häufiger kommt es aus allen Richtungen zu haarsträubenden Unterstellungen, bei denen ich mich immer frage, wo eigentlich das Motiv sein soll. Seien es nun Kontrollen, Widerstandshandlungen, Schusswaffeneinsätze und was es alles noch so gibt. Richtig bitter wird es, wenn sich Vorgesetzte auf die Seite der Unwissenden stellen und ins gleiche Horn blasen. Ohne auf Details einzugehen, jeder in der Polizeibehörde weiß, dass dieses viel zu häufig vorkommt.

Die Unschuldsvermutung gilt bei Polizisten schon lange nicht mehr als selbstverständliches Recht. Weder in der Presse, die für den Verkauf der Auflage den Volkszorn bedient, in der Gesellschaft allgemein und leider auch nicht mehr intern.

Ich glaube fast jeder scheidende Berliner Polizist ist in den letzten Jahre ging mit den Worten: „Das ist nicht mehr meine Polizei.“  Auch wenn sinkende Zahlen der Kriminalitätsbelastung propagiert werden, ist eine Veränderung in einigen Feldern nicht zu leugnen. Bisweilen geht es nicht um die Häufigkeit, sondern um die Qualität und wie die Tat ausgeführt wurde.

Hieraus ergeben sich Fragestellungen, die zum Teil ethischer Natur sind, die beantwortet werden müssen.

Ich denke dabei zum Beispiel an Sonder- und Wegerechtsfahrten im immer härter werdenden Straßenverkehr. Bisher gilt, dass der Beamte alle Verkehrsregeln missachten darf, dabei aber besondere Sorgfaltspflichten hat. Kommt es zu einem Unfall, muss er in der Logik der Gerichte dieser Sorgfalt nicht nachgekommen sein, sonst wäre es nicht zum Unfall gekommen. Täter könnten auf die Idee kommen, dass sie sich mit einer besonders rücksichtslosen Fahrweise einer Beobachtung durch die Polizei regelmäßig entziehen können, da diese irgendwann das Risiko scheuen. De facto fahren alle Polizisten, die in diesen Bereichen ihren Dienst versehen auf eigene Rechnung, ohne Abdeckung und mit der Gefahr, nach einem Unfall vor vielen Problemen zu stehen. Ich halte es für durchaus zulässig, dass die Frage damit beantwortet wird, einen Täter im Zweifel mit allen sich daraus ergebenden Konsequenzen immer fahren zu lassen. Aber sie muss dann auch so klar und deutlich beantwortet werden. „Pulle voll, Frau betrunken!“, hilft niemanden weiter und ist der Polizei nicht zuzumuten.


Ich will den Beitrag nicht überstrapazieren. In nächster Zeit werde ich sicherlich noch andere kritische Themen ansprechen. Genug Abstand und Unabhängigkeit besitze ich nunmehr. Aber das bereits hier Angesprochene, hat mich mehr als einmal in die Verzweiflung getrieben und ist Teil dessen, was mich Morgen das Handtuch werfen lässt. Ich bin in den Jahren einmal zu oft angeeckt, um das die Beulen einfach wieder verschwunden wären. Ich habe wahrlich nicht vor, die Polizei schlecht zu machen oder im Nachgang Leuten ans Bein zu pinkeln. Im Gegenteil, ich lernte großartige Menschen kennen, habe eine aufrichtige Gemeinschaft erleben dürfen und werde mit vielen davon im Kontakt bleiben. Immerhin bin ich mit einigen quer durch Europa gefahren. Damit verbrachte ich mit diesen Kollegen mehr Zeit als mit einer Lebenspartnerin. Mit meiner Einstellung zu Hierarchien und den unvermeidlichen Auswirkungen bin ich nicht kompatibel, das ist mein persönliches Problem. Gesellschaften ändern sich, das ist eine banale Feststellung.
Jeder muss sich selbst überprüfen, ob er als Vertreter des Staats, vor allem als Polizist, die Ziele der Gesellschaft mit dem eigenen Denken vereinbaren kann. Mein Inneres rebelliert in jeder Form gegen diverse Entwicklungen. In einem Gespräch habe ich das letztens formuliert: „Wenn Du Dich selbst oder mit anderen bewusst in eine Situation hinein begibst, in der ein erhebliches Risiko für Dein eigenes bzw. das Leben eines anderen besteht, musst Du an etwas glauben. Fehlt Dir dieser, stehst Du vor den möglichen Konsequenzen Deines Handelns und kannst Dir selbst keine Antworten geben.“ Meiner ist mir aus verschiedenen Gründen abhanden gekommen. Erst wollte ich es nicht wahr haben, doch der Körper hat eine ganz eigene Art, der Psyche Gehör zu verschaffen.

Leider musste ich neben diesen positiven Erlebnissen erleben, wie in meinen Augen Menschen mit erkennbaren psychopathischen Persönlichkeiten in höheren Rängen landeten. Alle sahen zu und niemand änderte etwas. Eines Tages sagte ich mir, das System kann nicht richtig sein, wenn diese Typen und Frauen dort landen, wo sie gelandet sind. Es fehlt schlicht an einer inneren Hygiene, die das verhindert oder im Nachgang die Möglichkeit einer Rückstellung, wenigstens die Entbindung von einer Personalverantwortung ermöglicht.

Ich betone: Sie befinden sich in der absoluten Minderheit! Doch jeder Management Berater weiß, dass einer davon, wie eine Splittergranate alles um sich herum mitreißt. Kein Mensch lebt für sich alleine. Kollegen beobachten den Umgang mit den Opfern und ziehen ihre Schlüsse. Familien leiden oder zerbrechen sogar. Zu einer dieser erkannten Personen bekam ich von sehr weit oben her die Antwort: „Herr Trölsch, dass wissen wir alles. Aber wir reden hier über einen Dienstgrad, der nahezu unantastbar ist, den werden wir nicht mehr los.“ Besonders in diesem konkreten Fall, der ziemlich heftig war, hegte ich die Hoffnung, dass man ihn von der Personalverantwortung entbindet, doch nicht einmal dieses geschah.

Vorgesetzten empfehle ich wärmstens das Buch „Führen durch das Wort“ von Rupert S. Lay. Geführt werden kann mit natürlicher Autorität oder im Falle des Mangels daran, mit übertragenen Machtmitteln. Psychisch nicht gesunde Menschen, können in der Regel nicht durch das Wort führen. Noch weniger werden sie Störungen im Verhalten von Mitarbeitern erkennen, eventuell werden sie diese sogar für ihre Zwecke ausnutzen. Immerhin ist es eines der Kennzeichen eines Psychopathen, dass er gefühlskalt Menschen als Werkzeuge für seine Zwecke missbraucht. Es ist zum Beispiel ein leichtes Spiel, die Defizite eines Menschen, der sie durch überzogene Mehrarbeit auszugleichen versucht, auszunutzen, anstatt dem entgegenzuwirken. 

Ich denke auch, dass ich zu einigen Sachen die falsche Haltung einnahm, die ich nunmehr erkenne. Wenn hier mal einer mitliest, und für sich selbst feststellt: Stimmt, hat er eigentlich Recht! Und es ihm mit den dadurch angestoßenen Gedankengängen besser geht … war jedes Wort hier sinnvoll. Immer wieder erfahre ich, dass hier einige alte Weggefährten mitlesen. Sollten wir uns wider meinen Erwartungen nicht sehen, auch von hier aus einen Dank für die oftmals tolle Zusammenarbeit. Passt auf Euch auf! Wer Spaß dran hat, hier im BLOG werdet ihr mich treffen.

Sine Metu – und Deckung geht vor Sicht!

 

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