Schwaben – Spiesser

Wie der Oberbürgermeister Boris Palmer fahre ich mit der Bahn. Meistens orientiere ich mich in Richtung Speisewagen und trinke dort ein Bier. Ich gestehe, dass mich die Werbung der Bahn noch nie interessiert hat. Sollen sie doch bunte Bilder an die Wand hängen. Erst recht nicht die Werbung auf der Website. Mir sind andere Dinge wichtiger. Warum sind die Super – Spartarife immer vergeben, wenn ich sie auf meiner App auswählen will? Was haben Leute davon in der ersten Klasse zu fahren? Wieso sind Menschen zu dusselig den Weg freizugeben und produzieren Staus auf den Gängen?

Herr Palmer saß in der Ersten Klasse und dachte über die Werbung nach. Warum auch nicht? Das sind alle möglichen Analysen denkbar. Die Größe, die Platzierung, die Botschaft, die Plakataufteilung und was sich Werbefachleute noch alles ausdenken. Bei einem Video stellen sich noch mehr Fragen. Die Musik, der Schnitt, die Story, der Plot, die Szenerie, die Zielgruppe. Ich möchte damit sagen: Jeder wird die Informationen passend zu seinen Interessen daraus ziehen. Das ist banal und wird häufig übersehen. Wenn ich jemand nachträglich befrage, was er bei einer Zugfahrt wahrgenommen hat, werde ich sehr unterschiedliche Schilderungen bekommen.
Ihn interessierten die handelnden Personen. Nachträglich schrieb er dazu, dass er sie teilweise nicht kannte. Damit kann er sich nicht gefragt haben, warum ein aus dem Fernsehen bekannter Koch zu sehen ist. Wenn ich die Werbung geschaut hätte, käme in meiner Erinnerung bestimmt Iggy vor. Der Typ macht auch wirklich jeden Mist mit. Wie jedes Mal käme bei mir die Frage auf, wie er all die Drogen überlebte. Aber er hat oft genug bewiesen, was Punk ist und soll ruhig seinen Lebensabend plus Band finanzieren. Auf jeden Fall hat die PR Agentur eine wilde Mischung in die Bahn gesetzt. OK! Botschaft verstanden. BAHN ist nicht angestaubt, wir können uns gegen die Neuen, wie zum Beispiel FLIXTRAIN wehren. Denn dort fahren derzeit aus Kostenersparnisgründen die Freunde von Iggy.

Herr Palmer vermutete böse Mächte im Hintergrund. Seinem Verdacht nach soll propagandistisch in den Köpfen der bundesrepublikanischen Bevölkerung eine Identität eingetrichtert werden. Eine bunte flippige deutsche Gesellschaft – das ist zu viel für einen Schwaben. Mit Sicherheit sind nicht alle Schaben so unterwegs. Alle die ich kenne, aber das soll nichts heißen. Unbestreitbar existiert ein Klischee und genau dem entspricht Herr Palmer. Er ist also jemand, der erstens «Hintergrundmächten» (böse linke Weltverbesserer) dies zu traut, vermutet, dass diese sich auch der Bundesbahn bedienen können (linksversiffte Kinder der 68er) , und einer, der mit einer solchen Gesellschaft ein Problem hat. Damit ist er für mich nicht zwingend ein Rassist, sondern in erster Linie ein schwäbischer Spießer, den ich in dieser Form auch auf dem Posten vermutete. Was anderes hätten die Schwaben niemals gewählt. Er strotzt vor Eitelkeit und ist auf Macht aus. Ein Wolf im Schafspelz, dessen politische Biografie recht widersprüchlich ist. Da ich die GRÜNEN für alles andere, denn links im klassischen Sinne halte, ist es für mich nachvollziehbar. Mal ehrlich? Ein GRÜNER, der Rhesus Affen Versuche befürwortet?

Merkwürdig ist ein wenig seine Verteidigungsstrategie. Er scheint sich ausschließlich auf ein Missverständnis hinsichtlich der Hautfarbe zu konzentrieren. Alles was er danach verlautbaren ließ und vor allem, wenn man dies mit  seinen anderen Statements addiert, macht ihn verdächtig. Vollkommen fragwürdig ist seine Stellungnahme, in der er sagte: «Ich hätte mir eine Minute Zeit nehmen sollen, um nachzudenken.» Arme Tübinger Bürger! Ihr habt einen OB, der wie ein Pubertierender Twitter nutzt. Arme GRÜNE, egal wie er es meinte, er hat insbesondere der AfD und ihren PR Strategen ein Geschenk gemacht.

Das würde mir zu denken geben. Was solls! Ihr habt ihn gewählt, selbst schuld. Und die Partei kann sich rühmen, in ihrer Hierarchie solche Charaktere aufsteigen zu lassen. Ich bleibe bei einem alten Statement: Nur weil einer bei den GRÜNEN ist, ist das kein Indiz für Weltoffenheit und Wachsamkeit. Schon gar nicht, wenn er aus dem Süden kommt.

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